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Kontingente Werte gleich individuell gewonnene Freiheiten?

Differenzen und Indifferenzen in jungen Gemeinschaften

Dagmar Hoffmann

Es scheint heute nicht sonderlich populär zu sein, generell und grundsätzlich über Werte zu diskutieren. Darüber meint man erst reden zu müssen, wenn sie bedroht werden bzw. gefährdet zu sein scheinen. Diese im öffentlichen Diskurs thematisierten Werte stehen zumeist eng im Zusammenhang mit dem Demokratieverständnis des Landes, mit Zivilgesellschaft, Humanismus, Frieden, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Nicht selten gehen der Diskussion angstbesetzte Themen oder öffentlichkeitswirksame, außergewöhnliche Ereignisse wie Amokläufe, Kinderverwahrlosung, übergriffe auf Migranten, Berichte über Kinderarmut oder „Happy Slapping“ voraus. Diese berichteten Themen sind Impulsgeber, die kurzweilig die Solidarwerte der Gesellschaft auf den Prüfstand heben. Meist reiht sich in den Medien ein Ereignis und Thema an das andere, so dass weit reichende und nachhaltige Wertediskurse kaum möglich sind. Zudem geht es in den öffentlichen Auseinandersetzungen selten um einen einzelnen Wert, sondern es steht hinter jeder Debatte ein Konflikt von Werten. Nicht immer können diese Werte sinnvoll aufeinander bezogen werden. Häufig sind Beziehungen zwischen Werten vieldeutig und variabel (vgl. Meulemann 1996, S. 34f.), was die Entwicklung und Erkennung eines Wertekonsenses erschwert. Werte unterliegen in einer sich modernisierenden Gesellschaft durchaus eigenwilligen Konjunkturen.

Wenn hier im Folgenden von Werten die Rede ist, dann gilt es zunächst, eine Verständigung darüber zu erzielen, was mit dem Begriff gemeint ist. Allgemein ausgedrückt sind dies Dinge, Ereignisse, Ideen, Gedankengüter, Gefühle und Verhaltensweisen, die für den Menschen und seine Mitmenschen dauerhaft wichtig sind und die zum Erhalt eines friedlichen und erfüllten Lebens in Gemeinschaft positiv beitragen. Man unterscheidet grob materielle und geistige, persönliche und kollektive Werte, die ihre „Wertigkeit“ respektive „Wertlosigkeit“ über den Gebrauch und den jeweiligen Kontext sowie über ihren dauerhaften Bestand erhalten.

Über die Autorin


Dagmar Hoffmann
Diplom-Soziologin, seit 13 Jahren in Forschung und Lehre im Bereich Jugend- und Mediensoziologie sowie Sozialisationstheorie an verschiedenen Hochschulen tätig. Sie ist Sprecherrätin der Sektion Jugendsoziologie der DGS, 2. Vorsitzende der GMK und Mitherausgeberin der Zeitschrift Diskurs Kindheits- und Jugendforschung. Derzeit Vertretung der Professur für Medientheorie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.