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Identitätsspielräume im Internet

Selbstbildungspraktiken von Mädchen im Internet

Angela Tillmann

Medien stellen für Jugendliche eine kontinuierlich verfügbare Ressource dar, die es ihnen ermöglicht, sich symbolisch und (inter-) aktiv mit Rollen, Themen, Erfahrungen und Problemen auseinanderzusetzen, Zugehörigkeiten herzustellen und Kontakte von unterschiedlichster Intensität und Bedeutung zu knüpfen. Insbesondere das Internet bietet durch die neuartigen Möglichkeiten des blogging, tagging, sharing und social networking vielfältige partizipative Zugänge zur Welt. Die Auseinandersetzung mit und über Medien ist daher im höchsten Maße identitäts- und bildungsrelevant. An der Community LizzyNet (www.lizzynet.de) möchte ich im Folgenden zeigen, auf welche Weise eine Online-Community zur Auseinandersetzung mit sich und der Welt, zur Artikulation und Reflexion der eigenen Erfahrungen und gemeinsamen Wissensproduktion einladen kann.

− Motivation zur Gründung eines Mädchen-Netzwerks

Bei LizzyNet handelte es sich zunächst um ein nicht-kommerzielles Angebot, das Anfang 2000 von Schulen ans Netz e.V. ins Leben gerufen und im Jahr 2008 an die Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg (MDS) übergeben wurde. Das Angebot ist weiterhin kostenfrei, die Redaktion wurde übernommen.

Geschaffen wurde das Angebot, um die bestehenden Differenzen zwischen den Zugangs- und Nutzungszahlen bei Mädchen und Jungen auszugleichen. In Hinblick auf die Nutzung haben sich die Zahlen in den letzten Jahren zwar angenähert, Unterschiede bestehen aber weiterhin bei der Ausstattung mit vernetzten Rechnern, auch partizipieren die Mädchen weiterhin weniger intensiv (vgl. JIM-Studie 2007). Zudem präsentieren sie sich bei der Aneignung neuer Technologien etwas zurückhaltender (vgl. ebd.). Dies lässt sich u. a. damit erklären, dass die Technik als gender-differenzierender Faktor innerhalb der Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit weiterhin eine herausgehobene Stellung einnimmt (vgl. Collmer 1997, Klaus/Pater/Schmidt 1997).

Die Mädchen lernen durch ihren Umgang mit der Technik bzw. dem Computer/Internet ihre geschlechtliche Identität auszudrücken, können sich also z. B. mit einer distanzierten Haltung als "Frau" zu erkennen geben (doing gender).

Über die Autorin


Angela Tillmann
Dr., wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden, Fakultät Erziehungswissenschaften/Professur für Medienpädagogik. Diplom-Studium an der Universität Bielefeld (Erziehungswissenschaften), anschließend Tätigkeit als Online- Redakteurin bei DigiVison Bösch&Grafenhain GbR in Köln, dort Konzeption und Betreuung einer Online-Community (www.lizzynet.de). Seit Dezember 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Dresden, seit 2008 außerdem tätig an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) im Projekt eCampus. Forschungsinteressen auf den Gebieten Medienpädagogik, Mediensozialisation, Cultural Studies, Internetforschung und Medien und Geschlecht.