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Buchcover: Körper. Kult.Medien.

Körper. Kult. Medien.<br />Inszenierungen im Alltag und in den Medien<br />Die kompletten Artikel können Sie in unserem Buch nachlesen.

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Körperinszenierungen und Medien

Ein Thema für die Prävention

Mike Grosse-Loheide

Offensichtlich ist der Wunsch zu gefallen, anderen und sich selbst, d. h. auch aufzufallen oder wenigstens bemerkt zu werden, ein treibendes Motiv im Alltag. Schön zu sein, gemocht zu werden, fördert Glücksgefühle, stärkt das Selbstvertrauen und tut gut. Körperinszenierungen sind demnach Teil des Alltags und fest verankert im Gefühlshaushalt der Menschen.

Dies klingt zunächst banal und ist Teil einer jeden Persönlichkeitsentwicklung. Doch auf dem Markt der Inszenierungen tummeln sich viele Agenten, die Einfluss nehmen öchten und teilhaben an dem Gewinnspiel der Äußerlichkeiten. Und das wird nachdrücklich vorangetrieben. Schaufensterfassaden, Spiegelwände im Fitnessstudio, Glasbauten in den Innenstädten und Glotzen sowie Hochglanzpresse zu Hause erweitern die Spiegelflächen in viele Bereiche hinein. Der mediale „Blick“ (Morris 2000, S. 174) begleitet uns ständig, kontrolliert die Auftritte und sorgt für Konkurrenz.

Vor dem Spiegel sind nämlich nur auf den ersten Blick alle gleich. Denn, so wissen auch die Werbeagenturen, ein jeder möchte sich vom anderen unterscheiden und doch gleichzeitig einem im Grunde genommen entrückten Schönheits-Ideal gleichen. Dieser Zwiespalt ist Motivation und Handicap zugleich. Für den Einzelnen stellen sich zwei Hauptaufgaben, sich selbst zu inszenieren und aus dem Strom der Inszenierungsvorschläge ein kohärentes Idealbild zu formen. Die Alternativen und Wahlmöglichkeiten sind riesig, die Einflussmöglichkeiten auf das Ich eher bescheiden. Möglicherweise wird die tägliche Anwendung nach und nach prekär.
Die persönliche Abweichung vom Ideal kann zu trotzigen und exzessiven Reaktionen führen. Dem scheinbar beliebig formbaren Körper kann ein Übermaß an Muskeln, Kurven und Kontrolle abverlangt werden – mit verheerenden Folgen für die Gefühlswelt und die weitere Entwicklung der Persönlichkeit.

Weitere Schwerpunkte des Artikels:

  • Risiken und Gefahren, die einen gelingenden Entwicklungsprozess beeinflussen
  • Körperinszenierungen und Medien und präventiven Aspekte, die dabei eine Rolle spielen
  • Körperinszenierung als einen wesentlichen Baustein von Konsumangeboten
  • Entwicklung einer Dialogkultur, mit dem Schwerpunkt der Selbstreflexion und Artikulation von Gefühlswelten

 

Über den Autor

Mike Grosse-Loheide
Lehrer und Medienpädagoge, Referent für Medien- und Stadtteilprojekte im Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. und Mitglied im Bundesvorstand der GMK.

Links

www.suchthh.de
Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., Büro für Suchtprävention