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Pressemitteilungen - Archiv

Pressemitteilung vom 21.02.2012

medius-Preisträger 2012

Medius-Preisverleihung 2012
Ausgezeichnet: Sexualstereotypen in Computerspielen, Kindermedienprojekt in Nicaragua, jugendlicher Pornografiekonsum

Berlin, 21.02.2012

Im Rahmen einer Veranstaltung der Reihe medien impuls in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin wurde am Abend des 17. Februar 2011 der wissenschaftliche Nachwuchspreis medius verliehen. Seit 2008 würdigen die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) mit dem Preis Abschlussarbeiten, die sich mit innovativen Aspekten aus dem Medienbereich, der Pädagogik oder dem Jugendmedienschutz auseinandersetzen. Gefragt sind Arbeiten, die interdisziplinär vorgehen, die internationale Forschungslage berücksichtigen und/oder Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verbinden. In diesem Jahr wurden drei Arbeiten prämiert.

Den ersten mit 700 € dotierten Preis erhielt Isabelle Klug von der Universität Hamburg für ihre Diplomarbeit „Heteronormativität in digitalen Spielen“. Die Arbeit untersucht, wie männliche und weibliche Charaktere im Hinblick auf Gender und Sexualität in den Spielen gestaltet sind und wie sie von homosexuellen Männern und Frauen wahrgenommen werden.

In ihrer Laudatio würdigte Prof. Dorothee Meister von der Universität Paderborn die überzeugende Verbindung von komplexen theoretischen Bezügen, Interviews und Computerspielanalysen. „Überzeugend fand die Jury die Analyse der Genderstereotype mit dem Ergebnis, dass die Körper der männlichen Charaktere überformt dargestellt werden, wohingegen sich weibliche Charaktere, obwohl zunehmend mehr in den Spielen vertreten, durch eine übersexualisierte Repräsentanz auszeichnen“, so Dorothee Meister. Homosexuelle Charaktere seien in Computerspielen selten, und wenn sie aufträten, würden sie mit dem entgegengesetzten Geschlecht gleichgestellt. Aufschlussreich sei schließlich, dass diese Darstellungsformen erst in der kritischen Reflexion in der Interviewsituation thematisiert und zunächst nicht als negativ aufgefasst würden, was den konstruierenden und normativen Charakter der Spielewelten unterstreiche. 

Der mit jeweils 400 € dotierte zweite Preis wurde an zwei gleichwertig eingeschätzte Arbeiten vergeben: 

Ausgezeichnet wurde Antje Bretschneider von der Freien Universität Berlin für ihre Masterarbeit „Kinder und Jugendliche als Medienprotagonisten“, in der sie nach einem sechswöchigen Forschungsaufenthalt in Jinotega/Nicaragua Medienprojekte des „Club Infantil“ untersucht. In diesem Jugendzentrum werden unter Anleitung regelmäßig Zeitungs-, Radio- und Fernsehbeiträge selbstständig produziert. Kinder und Jugendliche haben sich zum Ziel gesetzt, ihre Rechte auf Selbstbestimmung im Sinn des Protagonismo Infantil, wahrzunehmen, sich mithilfe von Medien am kommunalen Leben zu beteiligen und Missstände anzuprangern. 

„Was uns als Leserinnen und Lesern haften bleibt, so Dr. Ida Pöttinger, Vorsitzende der GMK in ihrer Laudatio, „ist das Einlassen der Forscherin auf die Rahmenbedingungen und die Vermeidung eines eurozentristischen Blicks auf Bewusstseinsprozesse.“  Auch wenn das Konzept auf den deutschen Kontext nicht 1:1 übertragbar sei, liefere die Arbeit eine wissenschaftlich reflektierte Basis und Anregung für mediale Beteiligungsprojekte. „Und es blitzt an einigen Stellen eine Botschaft durch“, so Pöttinger abschließend: „Was uns in Europa oftmals fehlt, ist das Vertrauen in die Kraft des Eigensinns von Kindern“.

Ebenfalls mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde die Masterarbeit von Alexander Rihl, „Jugendliche und Pornografie“, die an der Hochschule Film und Fernsehen Konrad-Wolf Potsdam-Babelsberg entstanden ist. Die Arbeit verknüpft wissenschaftliche Untersuchungen und aktuelle Studien mit einer Befragung von Mädchen und Jungen im Alter zwischen 12 und 21 Jahren. Hierfür wurde ein eigens entwickelter Online-Fragebogen in einschlägigen Foren wie bei bravo.de, mädchen.de und sogar e-hausaufgaben.de hinterlegt. 

Das große Verdienst von Alexander Rihl, so Laudatorin Andrea Urban, Leiterin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, sei es, „mit seiner Studie zur Entdramatisierung des aufgeheizten Themas 'Pornografie und Jugend' beizutragen.“ Die herausgearbeiteten Nutzertypen beleuchteten vielfältige Motive für die Nutzung von pornografischem Material im Alltag von Jungen und manchmal auch von Mädchen. „Hier finden sich interessante Ansätze zum Weiterarbeiten“, so Urban. 

Auf dem Foto von links nach rechts: Alexander Riehl, Isabelle Klug (vertreten durch ihren Mann), Antje Bretschneider (©Anika Kaiser)

 

Zum medius 2013

Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit innovativen Aspekten der Medien, Pädagogik oder des Jugendmedienschutzes auseinandersetzen. Im Vordergrund stehen die Kriterien: Interdisziplinarität (Impulse, die Medientheorie und Praxis mit anderen Disziplinen der Sozialpädagogik oder Schulpädagogik verknüpfen); Theorie-Praxis-Verbindung (die sinnvolle Verbindung und kritische Reflexion von Medientheorie und -praxis, eine Beschäftigung mit der Lebenswelt von Kindern und deren Chancengleichheit ist hierbei im besonderen Maße erwünscht); Internationalisierung (Arbeiten, die über den Blick auf internationale Entwicklungen die Mediensituation in der Bundesrepublik reflektieren).

Arbeiten von Fachhochschulen und Hochschulen, die sich innovativ mit einem oder mehreren dieser Aspekte auseinandersetzen, können durch die betreuenden Dozentinnen oder Dozenten eingereicht werden. Die Absolventinnen und Absolventen können ihre Arbeit auch selbst einreichen, wenn sie den Nachweis erbringen, dass diese mit ‚sehr gut’ bewertet worden ist. Die Arbeiten sollen 2011 oder 2012 angefertigt worden sein. Beigefügt sein müssen eine ein- bis zweiseitige Zusammenfassung der Arbeit, die Abschlussarbeit als PDF auf CD, eine Begründung, warum die Arbeit für den medius vorgeschlagen wird und, sofern vorhanden, das Gutachten der Dozentin bzw. des Dozenten. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2012.

 

Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK)
Körnerstr. 3
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/677 88
E-Mail: gmk(at)medienpaed.de

Deutsches Kinderhilfswerk
Leipziger Straße 116-118
10117 Berlin
Tel.: 030/30 86 93-0
E-Mail: dkhw(at)dkhw.de
Web: www.dkhw.de  

Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) 
Heidestraße 3
10557 Berlin
Tel.: 030/230 836 60
E-Mail: info(at)fsf.de
Web: www.fsf.de

 

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