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Pressemitteilungen - Archiv

Pressemitteilung vom 11.06.2014

Die Laudatoren und Preisträger des medius 2014

Ausgezeichnet! Vier wissenschaftliche Abschlussarbeiten erhalten den medius 2014

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. (DKHW), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. (FSF) haben am 5. Juni 2014 im Rahmen des Sommerforums der mabb und der FSF den medius vergeben. Der Preis würdigt wissenschaftliche und praxis­orientierte Abschlussarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit innovativen Aspekten im Medienbereich, in der Pädagogik oder dem Jugendmedienschutz auseinandersetzen. Besonders erwünscht ist die Beschäftigung mit der Lebenswelt von Kindern und deren Chancengleichheit sowie ihrer Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen.

In diesem Jahr hat sich die Jury entschieden, vier Arbeiten auszuzeichnen und nicht unterschiedlich zu gewichten. „Ein wesentliches Ziel des Preises ist es, die ausnahmslos mit ‚sehr gut‘ bewerteten Arbeiten einem breiteren Publikum bekannt zu machen und damit auch die thematische Vielfalt in der aktuellen Medienpädagogik und -wissenschaft aufzuzeigen“, erläutert Jurymitglied Claudia Mikat (FSF) im Gespräch mit Moderatorin Miriam Janke. Die sehr unterschiedlichen Arbeiten der Preisträgerinnen und des Preisträgers dokumentieren das eindrucksvolle Themenspektrum recht gut.

So erhält Franziska Dettke den medius für ihre Magisterarbeit Entwicklung des digitalen Buch­marktes für Kinder. Eine Studie zur Bedeutung von Apps und enhanced eBooks für die Lesesozialisation von Kindern im Vorschul- und Erstlesealter. Die Arbeit wurde an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt im Studiengang Kinder- und Jugendmedien erstellt und von Prof. Dr. Sandra Fleischer betreut. „Wenn es um Kindermedien geht, dann geht es um die Übernahme von Verantwortung für die nächste Generation“, betont die Laudatorin Dr. Ida Pöttinger (Vorsitzende der GMK) und lobt, dass Frau Dettke unvoreingenommen die wirtschaftliche und wissenschaftliche Perspektive verbindet. Spannend und solide arbeite die Preisträgerin heraus, welche Chancen und Risiken Tablets und Multimedia für jüngere Kinder bieten.

Mit dem medius ausgezeichnet wird auch Michaela Hauenschild von der Universität Hamburg für ihre Masterarbeit Genese und Verlauf exzessiver Computerspielenutzung unter besonderer Berücksichtigung der Eltern‐Kind‐Beziehung. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Rudolf Kammerl betreut. Entgegen herkömmlicher Ansätze plädiere Frau Hauenschild „für verstärkt familienorientierte Präventions‐ und Interventionsansätze“ erläutert Prof. Dr. Dorothee Meister (Universität Paderborn) die besondere Leistung der Preisträgerin. Denn sie kann nachweisen, dass elterliche Medienkompetenz, das Familienklima und die Beziehungsstrukturen für die Entstehung exzessiver Nutzungs­weisen bedeutsam sind.

André de la Chaux bekommt den medius für seine Masterarbeit Interkulturelle Medienbildung im Dokumentarfilm für Kinder. Die Arbeit entstand im Studiengang Medienbildung – visuelle Kultur und Kommunikation an der Universität Magdeburg und wurde von den Professoren Dr. Johannes Fromme und Dr. Winfried Marotzki betreut. Für Dokumentarfilme für Kinder, die sich mit Lebenswelten anderer Kinder beschäftigten, könne angesichts des Schattendaseins, das solche Angebote im Programm fristen, „keine Lanze zu wenig gebrochen werden“, so Anja Kienz (mabb) in der Laudatio. Herr de la Chaux offenbare „virtuos die Bildungspotenziale des Kinderdokumentarfilms, die weit über ‚die Nische der Nische‘“ hinauswiesen. Zu hoffen sei, dass die Arbeit auch den einen oder anderen Programmplaner überzeugen könne.

Schließlich erhält den medius Jennifer Schatz von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für ihre Bachelorarbeit Erste Schritte im Internet. Analyse von ausgewählten Materialien zur Konzeption und Entwicklung einer schulbegleitenden Lernbroschüre für die 3. und 4. Jahrgangsstufe. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Horst Niesyto und Dr. Petra Reinhard-Hauck. Laudator Prof. Dr. Roland Rosenstock (Universität Greifswald) betonte die für eine Bachelorarbeit außergewöhnliche Leistung der Preisträgerin. Frau Schatz habe nicht nur ein adäquates Analyse- und Bewertungsinstrument für Internetbroschüren für Kinder entwickelt, sondern die Kriterien in einem eigenen Projekt kreativ umgesetzt.

Die Preisträger/-innen bekommen neben dem Preisgeld auch die Gelegenheit, ihre Arbeit in Publikationen der FSF (FSF-Blog und Fachzeitschrift tv diskurs) vorzustellen.

Zum medius 2015

Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit innovativen Aspekten aus dem Medienbereich, der Pädagogik oder dem Jugendmedienschutz auseinandersetzen. Im Vordergrund stehen die Kriterien Interdisziplinarität (Impulse, die Medientheorie und Praxis mit anderen Disziplinen der Sozialpädagogik oder Schulpädagogik verbinden), Theorie-Praxis-Verbindung (die sinnvolle Verbindung und kritische Reflexion von Medientheorie und -praxis, eine Beschäftigung mit der Lebenswelt von Kindern und deren Chancengleichheit sowie ihrer Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen ist hierbei im besonderen Maße erwünscht) und Internationalisierung (Arbeiten, die unter Berücksichtigung der internationalen Forschungslage die aktuelle Medienentwicklung reflektieren).

Es können Arbeiten von Fachhochschulen und Hochschulen eingereicht werden, die 2013 oder 2014 abgeschlossen worden sind (i.d.R. BA, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen). Vorschlagsberechtigt sind die betreuenden Dozentinnen und Dozenten. Die Absolventinnen und Absolventen können ihre Arbeit auch selbst einreichen, wenn sie den Nachweis erbringen, dass diese mit „sehr gut“ bewertet worden ist. Beigefügt sein müssen eine ein- bis zweiseitige Zusammenfassung der Arbeit, die Abschlussarbeit als PDF auf CD, eine Begründung, warum die Arbeit für den medius vorgeschlagen wird und, sofern vorhanden, das Gutachten der Dozentin bzw. des Dozenten.

Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2014; eingereicht werden können die Arbeiten bei der FSF oder der GMK (Adressen siehe Verlinkung unten).

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