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Buchcover: Körper. Kult.Medien.

Körper. Kult. Medien.<br />Inszenierungen im Alltag und in den Medien<br />Die kompletten Artikel können Sie in unserem Buch nachlesen.

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„I hate so much“

Über die Kultur der Gewalt und die Gewalt der Medien- oder Aufmerksamkeitsgesellschaft

Florian Rötzer

Ob in den Nachrichten, in Büchern und Filmen oder in politischen und theoretischen Überlegungen, überall lassen sich Darstellungen von geschehenen, möglichen oder ganz fiktiven Terroranschlägen finden. Anders als Kriege sind Anschläge in jeder Form leichter auszuführen, da sie schon mit geringem Aufwand und auch von Einzelpersonen mit guten Erfolgschancen realisiert werden können.

Mittlerweile leben besonders die jüngeren Menschen in den realen und fiktiven Szenarien von solchen Anschlägen, die jederzeit und an jedem Ort möglich sind und jeden treffen können. Die Imagination ist vollgesogen von den Skripts, die Bücher, Filme und Computerspiele anbieten, während die öffentlichkeit über Medien und Politik darauf ausgerichtet ist, ihre Aufmerksamkeit auf gelungene, also medial wirksame Anschläge zu richten, die in irgendeiner Hinsicht herausragen. Dadurch genießen Anschläge und ihre Täter nationale, oft auch globale Prominenz, auch wenn sie zeitlich noch so kurz sein sollte.

Da Prominenz in der Aufmerksamkeitsgesellschaft, wie man die „Wissensgesellschaft“ auch charakterisieren könnte, einen hohen Wert genießt, der auch mit Einkommen verbunden ist, könnten Anschläge für diejenigen, die nicht die gesellschaftlich konformen, dem Anschein nach jedem offenstehenden Karrieren der Aufmerksamkeitsgesellschaft beschreiten können, zur Möglichkeit werden, den Protest gegen diese Gesellschaft mit der dominanten Vorstellung eines außergewöhnlichen Ereignisses und der Erlangung von Prominenz zu verbinden.

Gefährlich an dem Amalgam von (medialer) Aufmerksamkeit und Prominenz ist, dass darüber auch die für Menschen als kollektive Wesen lebensnotwendige Anerkennung als Person verbunden ist. Wer sie nicht erfahren hat, kann für sich und nach dem herrschenden Skript eben auch für andere zum Sprengstoff werden.

Weitere Schwerpunkte des Artikels:

  • „Ready for action” (Kimveer Gill)
  • „Ich will R.A.C.H.E“
  • Faszinosum und Phantasma des Selbstmordanschlags

 

Über den Autor

Florian Rötzer
Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis – Das Magazin der Netzkultur.

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www.telepolis.de
Online-Magazin Telepolis