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Körper. Kult. Medien.<br />Inszenierungen im Alltag und in den Medien<br />Die kompletten Artikel können Sie in unserem Buch nachlesen.

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Anwälte der Toten

Dramaturgien des Leichnams im neueren Film- und Fernsehkrimi

Hans-Jürgen Wulff

Lange galt in den Medien ein Abbildungsverbot, der Tod war klinisch und sauber, das Sterben vereinfacht, ein Schuss – dann Tod. Leichname wurden vielleicht thematisiert, aber nicht ins Bild gesetzt. Noch in der Serie Quincy, M.E. (1976–83) gab es kein Bild der Toten auf dem Seziertisch, nur den Spiegel der Untersuchung auf den Gesichtern der sezierenden Ärzte. Das hat sich in den letzten 10 Jahren geändert, nun rückt das Bild des Leichnams ins Zentrum der Darstellung. Wie in einem stillschweigend gesetzten Bildverbot wurde der Leichnam dezentriert, auch wenn er in den Geschichten große Bedeutung hatte.

Das Rechtsmediziner-Fernsehen steht in Verbindung zu einer ganzen Reihe anderer kommunikativer Themen-Felder und Gattungen, die die dunklen Seiten des Körperlichen anders thematisieren als das Spiel mit geschönten Körpern in der Werbung.

Das kleine Genre des Splatterfilms, das zunächst nur als Gattung des Exploitation-Kinos in kleinen, scharf umzirkelten Subkulturen Verbreitung fand, hat über mehr als 20 Jahre stabile Zuschauerzuwendung mobilisieren können.

Auch das Mainstream-Kino verwendet heute Schockbilder, die auf die Popularität des Splatterfilms, die Präsenz neuerer Kriegsphotographie (vor allem aus Vietnam, aber auch aus Irak und Jugoslawien) und die Konjunktur des Horrors in den 1970ern und 1980ern zurückweisen.

Ebenso deutet in der Kunst die zunehmende Bedeutung des Körpers in den Praktiken des Happenings, in denen es vielfach um Verstümmelung, Verletzung, Exkrementation, Fäulnis und ähnliches ging und die oft breite Aufmerksamkeit auf sich zogen, auf eine sich verändernde gesellschaftliche Wahrnehmung der Verfallsformen des Körpers hin.

Weitere Schwerpunkte des Artikels:

  • Der Rechtsmediziner
  • Popularisierung naturwissenschaftlicher Ermittlungsverfahren
  • Täter-Opfer-Beziehungen
  • Soziale Modelle des Körperlichen
  • Bildethik

 

Über den Autor

Hans-Jürgen Wulff
Prof. Dr., Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Links

www.ndl-medien.uni-kiel.de
Christian-Albrechts-Universität, Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien, Kiel

www.ndl-medien.uni-kiel.de
Informationen zu Hans-Jürgen Wulff