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Buchcover: Medienbildung in der Migrationsgesellschaft

Medienbildung in der Migrationsgesellschaft<br />Die kompletten Artikel können Sie in unserem Buch nachlesen.

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Einleitung

Migration und Medien - Einblicke in Theorie, Forschung und Praxis

Kai-Uwe Hugger / Dagmar Hoffmann

Das Problembewusstsein zu Fragen der Bildungspolitik für Migranten ist in der deutschen Öffentlichkeit während der letzten Monate deutlich gewachsen. Beigetragen hat dazu zweifelsohne einerseits die Veröffentlichung der internationalen PISA-Ergebnisse, denn die Daten offenbaren: Migrantenkinder und -jugendliche gehören zu den Verlierern des deutschen Bildungssystems. Obwohl sie eine große Lernbereitschaft an den Tag legen, erzielen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund insbesondere in Deutschland häufig deutlich schlechtere Lernergebnisse als ihre "einheimischen" Altersgenossen. Beigetragen haben aber andererseits auch die wochenlang andauernden Unruhen durch Migrantenjugendliche in den Banlieues von Paris und anderen französischen Städten im November 2005. Sie haben schnell die besorgte Frage aufkommen lassen, ob ähnliche Krawalle auch in deutschen Problemvierteln entstehen können, und zwar solchen, in denen besonders viele junge Migranten wohnen, wie z.B. in Berlin-Neukölln.

Diese ausgewählten Ereignisse - andere, wie z.B. der Hilferuf der Lehrer von der Berliner Rütli-Schule, ließen sich problemlos hinzufügen - machen auf mindestens zwei zentrale Fragen aufmerksam. Zum einen ist es die Frage nach den Bedingungen, unter denen junge Migrantinnen und Migranten aufwachsen. Deutlich wird, wie wenig noch immer über Alltag und Probleme dieser Kinder und Jugendlichen (nicht nur) in Deutschland bekannt ist und welche Rolle Medien im Entwicklungskontext von jungen Migranten spielen. Diese müssen in ihrer Lebenswelt mit neuen sozialräumlichen Übergängen und Zusammenhängen umgehen, die zu Ziellosigkeit und verstärkten Unsicherheiten führen können, ebenso aber auch zur souveränen Bewältigung eines Spagats zwischen Herkunfts- und Ankunftskultur.

Die Medien stellen immer mehr den Kitt für oftmals brüchige und scheinbar unvereinbare Lebensbezüge zur Verfügung. Bei genauer Betrachtung zeigte sich dies auch bei den Krawallen in den Banlieues, denn es war eine Reihe von Rappern (z.B. Monsieur R alias Richard Makela), die bereits vor den gewalttätigen Ereignissen in ihrer Musik auf die schwierigen Lebensumstände in den Vorstädten hingewiesen haben. Diese neuen sozialen und medialen Verhältnisse, die durch die zunehmende Dynamik globaler Kommunikation noch intensiviert werden, stellen eine bisher kaum, wenn überhaupt, erkannte Herausforderung für die Bildungs- und Erziehungspraxis dar. ...

Über die Autoren

Kai-Uwe Hugger
Dr. phil., ist wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld. Arbeits- und Interessensschwerpunkte: Sozialisation und Neue Medien, Online-Gemeinschaften, Medienpädagogische Verberuflichung und Professionalisierung.

Dagmar Hoffmann
Diplom-Soziologin, Dr. phil., ist wissenschaftliche Assistentin im Studiengang Audiovisuelle Medienwissenschaft an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg und Lehrbeauftragte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Arbeits- und Interessensschwerpunkte: Medien- und Jugendsoziologie, Medien- und Sozialisationsforschung.

 

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