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Dieter Baacke Preis

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Medienpädagogik, Medienbildung, Medienkompetenz

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Grußwort Ursula von der Leyen

Milieu und soziale Herkunft von Kindern entscheiden über ihre Bildungswege mit. Zur jeweiligen Lebenswelt der Alleinerziehenden und Familien in Deutschland gehören Medien heute als ein mit entscheidender Faktor dazu. Über die Fragen, wie stark der Einfluss der Medien ist und in welchem wechselseitigen Einfluss Medienwirkung und andere Faktoren die Lebenswege von Heranwachsen bestimmen, wird viel diskutiert. Unterschiedliche Positionen werden vertreten, aber Übereinstimmung besteht darin,  dass unterschiedliche Formen, Nutzungszeiten und Inhalte von Medien nicht unwesentlich zur Frage beitragen, welche Bildungswege Kinder und Jugendliche verfolgen können. Dabei sind Art und Umfang der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen zugleich ein symbolischer Spiegel dafür, wie die nachwachsende Generation ihre individuellen und gesellschaftlichen Möglichkeiten sieht, ihre Perspektiven und Beteiligungsmöglichkeiten beurteilt. Für den Weg in die Zukunft ist eine möglichst breite Bildung und gute Ausbildung möglichst vieler Menschen in Deutschland sehr wichtig. Aber neben formalen Angeboten und Zugängen muss dafür auch eine Motivation geschaffen werden. Dabei kommt die Mediennutzung mit ins Spiel; nur wer für sich die Perspektive entdeckt, dass Bildung lohnt, dass man durch sie im eigenen Umfeld Bestätigung und verbesserte Möglichkeiten erhält, wird auch seine Nutzungsweise der Medien entsprechend anpassen. Die Chancen und Risiken des Internets sind dafür ein gutes Beispiel. Das weltweite Netz bietet einerseits nur schwer zu kontrollierende Zugänge zu sehr problematischen und sozial unverträglichen Inhalten; auch kann sich die Nutzung des Internets auf simple Online-Spiele, Spaß-Videos und ähnliches beschränken. Aber bei entsprechender Motivation ist das Internet vor allem eine Fundgrube für Bildungswege und ein leichter und vielfältiger Zugang zur Erweiterung des eigenen Wissens. Aber diese Netz-Welten erschließen sich jungen Menschen vielfach nicht von selbst; gerade Heranwachsende in benachteiligten Lebenslagen brauchen dazu Anleitung, Anregung und Begleitung. Eine Medienpädagogik der Zukunft müsste sich vor allem darauf konzentrieren, junge Menschen zu einer entsprechend förderlichen Mediennutzung zu motivieren. Dabei muss sie von den Interessen der jungen Menschen ausgehen, sie ernst nehmen und daran anknüpfen.

Das GMK-Forum Kommunikationskultur hat im Jahr 2008 mit dem Thema „Geteilter Bildschirm – getrennte Welten. Konzepte für Pädagogik und Bildung“ wichtige Fragestellungen aufgegriffen: Gibt es eine zunehmende Polarisierung in unserer Gesellschaft? Tragen die Medien dazu bei oder helfen Sie eher, eine gesellschaftliche Spaltung zu überwinden? Was können Initiativen der Medienbildung tun, um einer gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken?  Welche Strategien des Kinder- und Jugendschutzes, aber auch der Begleitung von Heranwachsenden gibt es, um Kinder und Jugendliche in verschiedenen Milieus zu erreichen?

In diesen und ähnlichen Fragen brauchen Pädagoginnen und Pädagogen in ihren Institutionen, brauchen die Eltern und Erziehenden, aber auch Kinder und Jugendliche selbst Informationen und Orientierungen. Dazu kann die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur als großes Netzwerk in Deutschland beitragen.

Auch in Rostock hat das dreitägige GMK-Forum mit über 250 Teilnehmerinnern und Teilnehmern großen Zuspruch gefunden und nachhaltige Diskussionen angeregt.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Ihnen die vorliegende Dokumentation direkt in der Praxis ebenso wie bei der Konzeption und Reflexion ihrer Praxis hilft, Ihnen Anregungen gibt und neue Orientierungen ermöglicht.

Ursula v. der Leyen
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend