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Videoarbeit als politische Partizipation

„Die Welt zu Gast bei Freunden“ über den G8- Gipfel in Heiligendamm

Norbert Weinrowski


Was in den Medien oft als „Politikverdrossenheit“ von Jugendlichen bezeichnet wird, ist nicht zuletzt eine Abneigung gegen die Art der Vermittlung von Politischem, die durch eben diese Medien hervorgerufen wird. Politische Themen werden für Jugendliche, insbesondere im Fernsehen, entweder zu glatt und lebensfern oder auf Spektakel getrimmt dargestellt. Zu offensichtlich erscheint gerade für kritische und politisch denkende Jugendliche der Zusammenhang zwischen Form der Berichterstattung und den Sachzwängen von Einschaltquoten und ökonomischen Interessen.
An dieser Stelle kann Medienpädagogik ansetzen, in dem sie Jugendlichen die Möglichkeit gibt, eine ernst zu nehmende Alternative zu o.g. Medienarbeit zu schaffen. Motivierend für die Teinehmer/innen wirkt sich dabei der Ansatz aus, die Produktion eines Mediums nicht nur als ein Transportmittel von Fakten oder Meinungen zu verstehen, sondern vielmehr als direkte politische Aktion. Etablierte Medien können und dürfen eben dieses nicht.

Das Medienprojekt Wuppertal konzipiert und realisiert seit 1992 erfolgreich Modellprojekte aktiver Jugendvideoarbeit. Jugendliche und junge Erwachsene im
 Alter von 14 bis 28 Jahren werden (im Rahmen von pädagogischen Institutionen oder frei organisiert) produktorientiert bei ihren eigenen Videoproduktionen unterstützt, ihre Videos im Kino, in Schulen, Jugendeinrichtungen etc. präsentiert und als Bildungsmittel  bundesweit vertrieben. Politische Dokumentationen gehören beim „Medienprojekt Wuppertal zu einem der wesentlichen Arbeitsbereiche. Dabei kann es sich um Themen mit lokalen Bezügen handeln, (z.B. Dokumentation über eine Schülerdemonstration), Problematiken mit überregionaler oder bundesweiter Relevanz, (z.B. Slowmotion, ein Film über den Widerstand gegen den Castortransport nach Gorleben) oder globale Themen (z.B. Hallo Krieg, Dokumentation von Jugendlichen über deren Bezug zum Irakkrieg). Ausschlaggebend dabei ist immer die eigene Positionierung, der Bezug und das Interesse am entsprechenden Thema.

Im Juni 2007 dokumentierten zwei Kamerateams eine Woche lang den vielfältigen Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm. Die Gruppe bestand aus fünf jungen Erwachsenen zwischen 20 und 25 Jahren. Ein Teil des Teams hatte bereits durch Teilnahme an Videoprojekten filmische Vorerfahrung. Im Vorfeld fand eine Recherche statt, bei der eine Kooperation mit der Medienwerkstatt Rostock durch die räumliche Nähe zu Heiligendamm sehr hilfreich war. [...]

 

Über den Autor

Norbert Weinrowsky
Jahrgang 1971; Diplom-Sozialpädagoge und Medienpädagoge. Seit 1997 Mitarbeiter beim Medienprojekt Wuppertal; Organisation und Leitung von diversen Videoworkshops und Langzeitprojekten. Medienpädagogische Anleitung bei ca. 20 großen Dokumentarfilmprojekten und über 200 Kurzfilmen.