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Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 27.11.2015

Digitale Räume mit Kindern und Jugendlichen gestalten

32. GMK-Forum „Kommunikationskulturen in digitalen Welten – Konzepte und Strategien der Medienpädagogik und Medienbildung“ vom 20. bis 22. November 2015 in Köln

Wir können und müssen die Kommunikationskulturen in digitalen Welten selbst mitgestalten, darüber waren sich 300 Expertinnen und Experten auf dem Forum Kommunikationskultur der GMK einig.
Das öffentliche Rätseln über „Smombie“, das Jugendwort des Jahres, verdeutliche, so GMK-Vorsitzende Sabine Eder, „dass die veränderten Kommunikationskulturen Heranwachsender noch nicht als solche angesehen und geschätzt werden.“ „Die Entwicklung hin zu einer digitalen Gesellschaft erfordert es aber, diese kulturelle Praxis wahrzunehmen und medienpädagogisch zu begleiten. Dass auch Kinder und Jugendliche kreativ und kritisch an der Ausgestaltung der digitalen Gesellschaft mitwirken, ist ein wichtiges Anliegen.“
Prof. Dr. Dorothee M. Meister, ebenfalls neue GMK-Vorsitzende in Doppelspitze, ergänzt: „Unser digitalisierter Alltag braucht heute mehr denn je lebendige und heterogene Kommunikationskulturen. Es gilt, Kindern und Jugendlichen reichhaltige und vielfältige Kommunikationserfahrungen mit und jenseits der sozialen Medien zu ermöglichen.“

Die digitalen Medien und Kommunikationsmittel schaffen eine Vielzahl an Informations-, Bildungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger.
Es gilt, unterstützt durch Politik, weitere Rahmenbedingungen für eine positive, kreative Nutzung zu schaffen. Dabei müssen Pädagogik und Bildung Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der sinnvollen, kreativen Nutzung begleiten.

Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter für Jugend und Medien im Bundesfamilienministerium, fokussierte in seiner Begrüßungsansprache die Herausforderungen der Medienentwicklung für die Medienpädagogik und -bildung auf zwei entscheidende Fragen: Wo genau setzt das medienpädagogische Konzept heute an? Wie geht die Medienbildung mit diesen Fragen um? Und ergänzte: „Das Forum Kommunikationskultur ist deshalb ein besonderes Highlight im Jahr, weil es diese medienwissenschaftliche Expertise versammelt und dadurch Entwicklungen und Impulse zu konkreten Schwerpunktsetzungen weiter voran bringt.“

Wie das geschehen kann, welche Entwicklungen noch auf uns zukommen und welche Antworten gefordert sind, damit setzte sich das Forum Kommunikationskultur auseinander:

  • Medienpädagogik und Medienbildung verfügen bereits über ein breites Instrumentarium, um Kinder, Jugendliche und Familien in digitalen Welten Orientierung zu geben und sie vor Gefährdungen zu schützen. Doch dieses Wissen ist noch viel zu wenig verbreitet. Es geht vor allem darum, Kinder und Jugendliche zu stärken und zur Beteiligung am demokratischen Diskurs zu motivieren.
  • Medienpädagogische Methoden bieten vielfältige Ansatzpunkte, um die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern. Das Forum Kommunikationskultur und der parallel verliehene Dieter Baacke Preis präsentierten dazu herausragende Modelle und Ansätze der Medienbildung und Medienpädagogik.
  • Die Gestaltung medialer Räume liegt in großem Maße in den Händen von kommerziellen Anbietern. Um gerade Kindern vom Vorschulalter an sichere Räume zu bieten, muss verstärkt in die nichtkommerzielle Gestaltung virtueller Angebote für Kinder und Jugendliche investiert werden. Zusätzlich gefordert ist auch eine frühkindliche Medienbildung, die Kinder von Anfang an begleitet (und entsprechende Elternbildung). Auch für ältere Kinder und für Jugendliche müssen Angebote geschaffen werden, die auf die aktuellen Kommunikationskulturen eingehen.
  • Aktuelle Studien belegen, dass medienkompetente Kinder und Jugendliche Gefahren im Internet besser abwehren können. Zugleich ist Medienkompetenz in Deutschland im europäischen Vergleich noch unterdurchschnittlich ausgeprägt. Deshalb gilt es jetzt verstärkt in die Förderung der Medienkompetenz in allen Bildungsbereichen zu investieren.

Global agierende Medienkonzerne mischen sich tagtäglich in unsere Kommunikation in einer Weise ein, die wir kaum noch überblicken können. Schon jetzt wird unser Leben durch Algorithmen und Software mitbestimmt. Diese Durchdringung unseres Alltags durch digitale Medien ist aber kein naturwüchsiger Prozess, sie muss in einem zivilgesellschaftlichen Diskurs ausgehandelt werden.
Es geht um Transparenz: Die schrankenlose Nutzung und Ausspähung unserer Daten muss unterbunden und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bewahrt werden. Kinder und Jugendliche müssen zu einer selbstbestimmten und kompetenten Nutzung digitaler Medien befähigt werden.
Dabei gilt es, die digital durchdrungene kulturelle Praxis Heranwachsender wahrzunehmen und in pädagogische Konzepte und Bildungsangebote zu integrieren.

Die Vorträge und Statements der Tagung werden in der Schriftenreihe der GMK publiziert.


Weitere Infos, Berichte und Präsentationen vom GMK-Forum Kommunikationskultur finden Sie hier.


Kontakt/Information:

GMK-Geschäftsstelle
Obernstr. 24a
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/677 88,
E-Mail: gmk(at)medienpaed.de

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