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Meldungen

Für Mike ... (ein Nachruf)

Mike Große-Loheide

Mike Große-Loheide, Mitglied des GMK-Vorstandes, ist plötzlich und unerwartet am 15. Juli 2009 während seines Urlaubs in Italien im Alter von 56 Jahren gestorben. Wir sind fassungslos und trauern um einen guten Freund und Kollegen.

Eben noch telefoniert, gemailt, gesimmst, Kontakt gehabt ...

Jetzt Funkstille, keine Kommunikation mehr. Nie mehr.

In der schönsten Jahreszeit, im Urlaub, in Italien, im 57. Lebensjahr ist plötzlich Mikes Herz für immer stehen geblieben.

Und wir bleiben fassungslos zurück. Kommunikationskultur im Angesicht des Todes?

Mike Große-Loheide ist in der GMK seit über 20 Jahren ein engagiertes Mitglied gewesen (Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein) und hat gut vier Jahre im Bundesvorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) aktiv mitgearbeitet. Im November dieses Jahres beim GMK-Forum in Berlin wollte er sich für eine weitere Amtszeit zur Wahl stellen, wollte weiter die GMK in ihren Aufgaben und ihrem Auftrag unterstützen: Mike hat sich für den Bereich der Kulturförderung eingesetzt, sich im Auswahlgremium zum Fond Soziokultur des Deutschen Kulturrates engagiert und unermüdlich die Werbetrommel gerade auch für kleine Initiativen gerührt. Seit Jahren hat er sich in der Jury des Dieter Baacke Preises besonders engagiert und mehrfach glanzvoll die Rede zur Ehrung der Preisträger gehalten.

Mit seiner ruhigen, manchmal etwas verschmitzten Art hat Mike das Miteinander im GMK-Vorstand geprägt und immer zu einer produktiven Atmosphäre beigetragen. Beständig war er um Konfliktlösungen bemüht und konnte zwischen den Parteien gut vermitteln.

Sein großes Arbeits-Thema war die Suchtprävention. "Suchtgefahren durch falschen "Medienkonsum" war nicht Mikes Denkkategorie. Er hat sich immer gegen eine Pathologisierung der Gesellschaft gewandt, die nach Meinung manch populärer Medienkritiker im Medienkonsum zu ertrinken drohen. Mikes Position war klar: "Lebensweltbezogene subjektive Aneignungsmuster, die sich auch in riskanten Lebensstilen ausdrücken und ihre persönlichen Grenzen erfahren und erfahren müssen, passen nicht in die konservativen, kulturpessimistischen Normierungsschächte." Und so plädierte er medienpädagogisch eher behutsam für ein "begleitendes Beobachten und Handeln von Erziehenden, Eltern, Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen (...) mit dem Ziel einer Balance zwischen Schule, Familie, Freunden und Medien." Medien haben für Heranwachsende eine wichtige Funktion gerade in der riskanten Phase, in der die Regulierung der Emotionen und der Zugang zu eigenen Gefühlen gebildet werden müssen. An diesem Punkt "fände eine systematische Förderung von Medienkompetenz ihre Aufgabe. Im Sinne des Orientierung Gebens, des Ausschöpfens eigener Potenziale und des Vorbeugens von einseitigen Aktivitäten ist sie auch aus präventiver Sicht unverzichtbar."

Diese Zitate stammen aus einem Kommentar, den Mike vor einiger Zeit unter dem Titel "Was heißt hier ‚Mediensucht’?" auf der Homepage der GMK veröffentlich hat. Der Kommentar endet mit einem Blick nach vorn: "Auf geht’s also. Auf Trampelpfaden und im Dickicht ist es bisweilen viel spannender als in den Untergangskatakomben der Bedenkenträger und ‚Prediger’. Und hin und wieder erreichen wir Lichtungen und Vorsprünge und geben gern Auskunft übers Navigieren, Oszillieren und Fantasieren – inner- und außerhalb der Medienwelten. In der eingangs erwähnten Debatte sollten wir uns mit fundierten Beiträgen und medienpädagogischen Projekten behaupten, denn Prävention beruht auf dem Gedanken, zu ‚Handeln, bevor Sucht entsteht!’."

In diesen Sätzen spiegelt sich Mikes besondere Art, stets zuversichtlich und konstruktiv in die Zukunft zu blicken und (medien-)pädagogisch die Initiative im Sinne der (jungen) Menschen zu ergreifen.

Wir haben von Mike Große-Loheide viel lernen können. Er wird uns sehr fehlen. Ein Stück deines Herzens, Mike, war bei der GMK. Dafür werden wir dir immer dankbar sein! Wir können und werden dich nicht vergessen.