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Meldungen

Interviews vom GMK-Forum Kommunikationskultur 2012

Auf dem YouTube-Channel des Kanal 21 ist die Interviewreihe „Rotes Sofa“ vom GMK Forum Kommunikationskultur 2012 in Paderborn verfügbar. In 24 Interviews widmet sich Moderatorin Caren Beckers (bvbam e.V Lehrte) dem Thema „School's out? Informelle und formelle Medienbildung“. Um einen Überblick über die einzelnen Schwerpunkte zu bekommen, bieten wir folgende Übersicht an:

Dr. Elke Schlote, wissenschaftliche Redakteurin am internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen in München, beschäftigt sich mit pädagogischen Aspekten von Qualitätsfernsehen. Ihrer Meinung nach müssen neue, kreative Methoden für die qualitative Medienforschung gefunden werden, die das Problem der sozialen Erwünschtheit umgehen. Projekte, in denen die Jugendlichen selber Inhalte produzieren und gestalten können, stellen mögliche, aber aufwändige Methoden dar, um jugendliche Einstellungen und Einschätzungen zu Themen nachvollziehen zu können.

Prof. Norbert Pachler und Prof. Ben Bachmair von der University Of London präsentieren „mobile learning“ im Schulunterricht. Beide sind der Ansicht, dass neue Medien stark im Alltag der Jugendlichen verankert sind und so wichtige Kulturressourcen darstellen. Deshalb sollten sie auch als Lernressourcen in den Schulalltag Einzug finden: So könnten Smartphones oder Tablets als Motivationspunkte in den Schulunterricht einbezogen werden, um beispielsweise Hausaufgaben digital zu erstellen und zu präsentieren.

Wie gehen Lehrer und Pädagogen mit dem digitalen Wandel um? Kerstin Heinemann vom Institut für Medienpädagogik und Forschung JFF wünscht sich eine Verankerung der Medienbildung für angehende Pädagogen und entsprechende Weiterbildungen und fordert die Politik zum Handeln auf.

Scripted Reality präsentiert inszenierte, ethische Konflikte und ist aus dem heutigen Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Prof. Joachim von Gottberg (Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen) beleuchtet den Begriff der „Scripted Reality“ und warnt davor, die geschriebene Realität als Wirklichkeit wahrzunehmen. Besonders Jugendlichen müsse kommuniziert werden, dass Fernsehen immer nur „erfundene Realität“ ist.

Renate Röllecke, Medienpädagogin der Geschäftsstelle der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, spricht sich für ein Verständnis von Medienkompetenz im Sinne Dieter Baackes aus, das kreative, kritische, soziale und strukturelle Aspekte beinhaltet. In Anlehnung an dieses Verständnis von Medienkompetenz wirbt sie für den „Dieter Baacke Preis“, der jährlich bundesweit Medienprojekte mit Kindern, Jugendlichen und Familien auszeichnet und beispielhaft gelungene, zeitgemäße Medienpädagogik präsentiert.

Wie können Medien im Schulunterricht eingesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Sandra Aßmann, Diplompädagogin im Fachbereich Schulpädagogik. Sie setzt sich mit der Entgrenzung von Schule in der digitalen Welt auseinander und schenkt den Schnittstellen formeller und informeller Medienbildung eine intensive Betrachtung. Sie hält es für erforderlich, dass Schulen Umgangsformen entwickeln, die konstruktives Einbeziehen von Medien ermöglichen.

Walter Staufer von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien berichtet von den Tätigkeiten der Prüfstelle und stellt das Projekt „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht!“, das bundesweit alle Eltern dazu auffordert, sich mit der Mediennutzung ihres Kindes bewusst zu beschäftigen. Hierzu gehört beispielsweise die Auseinandersetzung mit Pornographie, Extremismus, Islamismus, Battle- oder Porno-Rap als Themen, mit denen Kinder heute über die Medien konfrontiert werden.

Georg May, erster Vorsitzender des Bundesverbands Bürger- und Ausbildungsmedien, fasst mit seinem Dachverband alle Bürgermedien zusammen und fördert ihre Bildungsaktivitäten auf verschiedenen Ebenen. Auf dem Forum Kommunikationskultur möchte er auf die Bürger- und Ausbildungsmedien aufmerksam machen, da sie für Meinungsäußerung, Medienkompetenz und Meinungsbildung stehen: Jeder kann Beiträge für Fernsehen, Radio und Internet erstellen und die Themen, die ihn beschäftigen, der Öffentlichkeit mitteilen.

Dr. Martin Ritter, Referent der Thüringer Landesanstalt für Medien und Mitglied der GMK-Fachgruppe Bürgermedien, stellt die Bedeutsamkeit von Bürgermedien auch in Zeiten des Web 2.0 heraus. Die Landesmedienanstalten setzten alles daran, die Fernseh- und Radiosender in die digitale Verbreitung zu bringen. Es sei die Aufgabe der Bürgermedien, auch neue, kreative Angebote im Web 2.0 zu schaffen, die mit dem Radio und Fernsehen verzahnt werden könnten.

Helmut Paschen, Leiter der bundesweiten Online-Beratung „profamilia.sextra“ aus Tübingen, stellt im Interview das Beratungsprojekt „sextra“ vor und berichtet von sexueller Selbstaufklärung Jugendlicher im Internet. Die ratsuchenden Jugendlichen seien durch die Möglichkeiten des Internets informierter und könnten auf niedrigschwelligen, anonymen Weg die profamilia um weitere Beratung bitten. Da die meisten Kommunikationsprozesse der Jugendlichen heutzutage über die sozialen Netzwerke laufen, will die profamilia.sextra ihren Auftritt bei Facebook und mittels einer Smartphone-App erweitern.

Eike Rösch (GMK-Vorstandsmitglied und Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz) widmet sich der häufig vernachlässigten Frage, wie genau sich Jugendliche mit Social Media beschäftigen. Darauf aufbauend können medienpädagogische Konzepte entwickeln werden, die informelle Bildungsprozesse begünstigen. Rösch appelliert daran in Frage zu stellen, ob informelle Bildung mit seinem Konzept überhaupt im System Schule umsetzbar ist und nicht andere Institutionen und Lernorte sich für diese Art von Wissensvermittlung besser eignen.

Prof. Franz Josef Röll (Hochschule Darmstadt) plädiert dafür, die Kommunikationsformen, die Kinder und Jugendliche nutzen, in Bildungskontexten zu berücksichtigen, die auch sonst ihr Denken und Fühlen bestimmen. Informelles Lernen und die Möglichkeit des individuellen Lernens sollte somit auch in formellen Lernorten wie Schulen stärker berücksichtigt werden, um Lernende individuell motivieren zu können. Dies verlangt ein Umdenken beim Verständnis des Lehrers hin zum „Navigator“, der selbstgesteuertes Lernen durch kontrollierte Anerkennung und gezielte Störungen ermöglicht.

Dr. Benjamin Jörissen (Institut für Pädagogik der Universität Erlangen-Nürnberg) sieht ein Problem in der Fokussierung auf juristische Themen, wenn Diskurse über neue Medien geführt werden. Die Eigenlogik neuer Medien muss stärker berücksichtigt werden, um die neuen Möglichkeiten der Medientechnologie erfassen und artikulieren zu können. Die Strukturen, die neue Technologien erschaffen, sollten hierbei öffentlich und nicht nach ökonomischen Prinzipien gestaltet werden.

Dr. Christine Ketzer (LAG Lokale Medienarbeit NRW e.V.) stellt sich der Aufgabe inklusive Medienbildung zu verwirklichen, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Bildungsbereichen zu ermöglichen. Hierfür ist es notwendig die Ressourcen von Menschen mit Behinderungen wahrzunehmen um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden: Medienprojekte mit gezielt geschulten Medienscouts verwirklichen eine inklusive Medienarbeit, die auf Dauer die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen in den Medien verändern kann.

Prof. Gudrun Marci-Boehnke von der TU Dortmund hat in ihrer Forschung an Dortmunder KiTas herausgefunden, dass Kinder im Kindergartenalter ein breites Medienensemble nutzen, das stark von der Mediennutzung ihrer Eltern geprägt ist. Frühe Medienbildung sollte es allen jungen Kindern ermöglichen, mediale Angebote mit anderen Erfahrungen ins Gleichgewicht zu bringen. Problematisch ist oft eine negative Haltung von Erzieherinnen und Erziehern gegenüber Medien, die nur durch langfristige Maßnahmen mittels der Erfahrung von Selbstwirksamkeit verändert werden kann.

Thomas Schmidt von Helliwood Media & Education erklärt die Möglichkeiten von Portfolios in digitalen Medien um Lernenden individuelle Lernprozesse anzubieten. Das Ziel ist es eine bessere Kenntnis über seine eigenen Stärken und Kompetenzen zu erlangen und diese mit anderen teilen zu können. Dabei können mittels biografischer Verfahren ein allumfassendes Kompetenzprofil erstellt oder auch einzelne Schlüsselkompetenzen durch Testverfahren und Übungen erfahren werden.

Prof. Denise Manahan-Vaughn (Neurophysiologin an der Ruhr-Universität Bochum) beschäftigt sich mit den Auswirkungen des digitalen Lernens auf das Gehirn. Sie berichtet aus ihrer Forschung, dass die Quelle von Informationen keinen Einfluss auf den Lernerfolg hat und die Motivation und Relevanz für die Lernende oder den Lernenden ein entscheidender Faktor ist. Wenn digitale Medien Lernende motivieren und für diese als relevant wahrgenommen werden, sollten diese Quellen beim Lernen genutzt werden.

Dirk Poerschke (LVR-Zentrum für Medien und Bildung) beschreibt die Möglichkeiten von „serious games“ als didaktisch aufbereitete Lernprozesse. Das Spiel „Ludwig“ angelehnt an das Curriculum für das Fach Physik in der 7. und 8. Klasse ist gelungen in seinen Augen ein gelungenes Beispiel. Grundlegend für eine motivierte Beschäftigung mit serious games in der Schule ist eine Gestaltung, die den derzeitigen Standards von Computerspielen entspricht. Bislang ist das Potenzial Computerspiele als kooperative Lernmedien für Schüler zu nutzen gerade erst angerissen.

Dr. Thomas Winkler (Institut für multimediale und interaktive Systeme der Universität Lübeck) sieht in neuen Medien die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler ihre Projekte und Lernerfolge sichtbar machen und in inhaltliche oder zeitliche Bezüge setzen können. Solche neuen Praktiken motivieren Schüler und Lehrer, sich mit aufwändigeren und arbeitsintensiveren Projekten zu beschäftigen.

Ines Müller vom Projekt „Film+Schule NRW“ beschreibt die Notwendigkeit von Filmbildung im Schulunterricht, die in ihrem Projekt durch Lehrerfortbildungen realisiert werden soll. Da Müller die Welt als von Bildinformationen dominiert wahrnimmt, sollte die kritische, bewusste Auseinandersetzung mit Bildinhalten Kindern praktisch beigebracht werden.

Diana Elsner vom Offenen Kanal Merseburg-Querfurt e.V. sieht Bürgermedien als Möglichkeiten Medientechnik praktisch zu erfahren und zu erlernen. Bürgermedien helfen dabei, formelle Lernorte wie Schulen durch Projekte zu unterstützen, aber auch im Freizeitbereich Arbeitsgruppen für jedes Alter anzubieten. Hierbei sollen alle Medien aufgegriffen werden, die im Alltag der Lernenden fest verankert sind; was im Fall von Kindern- und Jugendliche Smartphones und Tablets beinhaltet.

Dr. Kurt Beiersdörfer (Geschäftsführer des Heinz Nixdorf Museumsforum) appelliert an ein Verständnis von Kultur- und Bildungsgeschichte, das Kommunikation und Information als ihre Grundlage wahrnimmt. Medien ermöglichen individuelle Lernprozesse, die eine tiefergehende Beschäftigung mit Themen möglich machen. Außerschulische Lernorte können so auch durch Medieneinsatz das Lernen durch Institutionen wie Schulen ergänzen.

Die GMK-Vorsitzende Dr. Ida Pöttinger diskutiert als zentrale Frage des Kongresses wie sich eine Gesellschaft durch Medien verändert. Sie argumentiert, dass sich der Umgang mit Medien im Alltag durch digitale Medien verändert hat, jedoch nicht die kognitive Entwicklung und die moralische Entwicklung der Kinder. So stellt sich die Frage, an welchen Stellen neue Medien informelle Bildungspraktiken ermöglichen um „digital natives“ und ihren Denk- und Lernstrukturen gerecht werden zu können.