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Prügeln für die Kamera?

Über den Umgang Jugendlicher mit Gewaltvideos auf dem Handy

Petra Grimm

Das Phänomen Gewaltvideos auf dem Handy ist relativ neu. Seit 2005 wurden vermehrt Fälle von "Happy Slapping" (Schlägereien, die mit dem Handy gefilmt werden) in Deutschland bekannt und erzielten ein starkes Presseecho, was zu einer öffentlichen Debatte über regulatorische Maßnahmen führte, z. B. über ein mögliches Handy-Verbot an Schulen. Aus Sicht der medialen Gewaltforschung handelt es sich bei Gewaltvideos auf Handys, insbesondere bei "Happy Slapping" und "Mobile Bullying" (Handyvideos, bei denen andere in schlimmen bzw. peinlichen Situationen gefilmt werden) um eine neue "Dimension" der medialen Gewaltproblematik. Dies betrifft vor allem die raum-zeitliche Unabhängigkeit des Konsums, die leichte Vervielfältigungs- und Kopiermöglichkeit der Inhalte sowie die strafrechtlich relevante Ausübung von Gewalt zur Erzeugung "echter" bzw. authentischer Gewaltbilder und die physische/psychische Verletzung der Opfer. Dies hat für die Praxis zur Folge, dass eine Grenze zwischen dem Jugendmedienschutz und der Kriminalitäts- prävention kaum noch zu ziehen ist.

Darüber hinaus ist das Handy-Gewaltphänomen nicht isoliert zu betrachten, sondern muss im Kontext der Medienkonvergenz analysiert werden, da die "Quelle" problematischer Inhalte häufig das Internet darstellt. Mit dem 2006/2007 durchgeführten Forschungsprojekt zur "Problematik von gewalthaltigen und pornografischen Videoclips auf Mobiltelefonen von Jugendlichen" konnten erste Erkenntnisse über die Verbreitung und Nutzung der gewalthaltigen Inhalte auf den Handys sowie über die Motive der Jugendlichen erzielt werden. Auf die Ergebnisse dieser Untersuchung wird im Folgenden Bezug genommen. Die Studie wurde im Auftrag der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) durchgeführt und im Vistas Verlag veröffentlicht (Grimm/Rhein 2007).

Über die Autorin


Petra Grimm
Prof. Dr., Studium der Germanistik (Schwerpunkt: Filmphilologie), Kommunikationswissenschaft und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians- Universität in München. 1991-1998 Dozentin an der Universität Kiel, Institut für Neuere Literatur und Medien sowie Institut für Pädagogik. 1994 Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität in München zum Thema "Narrativität und Werbung". 1994-1998 Dezernentin für Programmaufsicht und Medienforschung bei der Unabhängigen Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR), Kiel. Seit 1998 Professorin für Medienforschung/Kommunikationswissenschaft an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, seit 2006 Dekanin der Fakultät Electronic Media (Hochschule der Medien Stuttgart). Seit 2000 Ethikbeauftragte (Medienethik) der Hochschule der Medien. Arbeitsschwerpunkte: Gewalt in den Medien, Handynutzung, Internetnutzung von Kindern- und Jugendlichen, TV Programmanalysen. (Mit-)Herausgeberin der Schriftenreihe Medienethik, Franz Steiner Verlag Stuttgart.