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Bilderbücher im Medienzeitalter − ein didaktischer Anachronismus?

Gabriele Lieber

Bilderbücher im Zusammenhang mit Medienpädagogik zu diskutieren irritiert zunächst. Das klassische Kindermedium hat nicht zuletzt durch das alltagspädagogische Verständnis von "Kindgemäßheit" das Image des Verstaubten bekommen. Wie Paus-Hasebrink und Bichler (vgl. 2005) zeigen konnten, verschwinden sie allmählich aus den Kinderzimmern, insbesondere bei sozial schwächeren Familien. Für Medienkids kann es nicht "cool" sein, TV, PC oder Spielkonsole mit einem Bilderbuch zu tauschen. Oder doch? Illustratorisch und narrativ hochwertige moderne Bilderbücher haben längst den Sprung in die veränderte Bildwelt der Kinder geschafft. Könnte das didaktisch-methodische Potenzial solcher Bilderbücher ein Schlüssel zu einer nachhaltigen Förderung von Literalität sein?

− Die Faszination der (Bild-)Medien und ihr Beitrag zur Entwicklung von (Bild-)Literalität

Kinder im Vor- und Grundschulalter beschäftigen sich vorwiegend mit Bildmedien, allerdings vor allem in rezeptiv-konsumierender Form: Dazu gehören das Fernsehen, aber auch Computerspiele. Während das Fernsehen eher Formen passiver Medienrezeption begünstigt, besteht der Reiz von Computerspielen in der Interpassivität (vgl. Pias 2000), in einem scheinbar freien Navigieren durch ein Szenario innerhalb eines vorgedachten Netzes mit alternativen Pfaden. Eine medienbezogene Kritik- und Genussfähigkeit (vgl. Hurrelmann 2003) entwickelt sich jedoch nur im Dialog mit anderen (älteren) Kindern oder Erwachsenen. Gemeinsam ist diesen (Kinder-)Medien die Vorherrschaft von Bildern, zumeist in schneller Abfolge, bedingt durch den teilweise extensiven Medienkonsum der Kinder. Laut Paus-Hasebrink und Bichler nutzen die 2- bis 5-Jährigen Medien ca. 162 Minuten pro Tag, davon 90 Minuten TV (vgl. 2005). Somit haben sich Seh- und auch Lesegewohnheiten erheblich verändert. Bilderlesen und Textelesen basieren zwar auf Symbolsystemen, funktionieren jedoch unterschiedlich: Während Texte sequentiell angeordnet sind, werden Bilder simultan wahrgenommen.

Über die Autoren


Gabriele Lieber
Dr. phil., seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Schulpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Bildliteralität und ästhetische Alphabetisierung, Mit Bildern lernen – Sprache entwickeln, ästhetisches Lernen im Medienzeitalter.