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Spielend Lernen?

Serious Games in der politischen Bildung

Arne Busse

"Poetischer Trichter. Die Teutsche Dicht- und Reimkunst, ohne behuf der latei- nischen Sprache in VI Stunden einzugießen". So lautete der Titel eines Poetiklehrbuches, das der Nürnberger Barockdichter Georg Philipp Harsdörffer 1647 erstmalig veröffentlichte. Der Titel wurde in seiner Abwandlung "Nürnberger Trichter" zur humoristischen Bezeichnung für die Vorstellung eines mechanischen Lernens: dem "Eintrichtern". Zugleich war dies Ausdruck der Wunschvorstellung, die Lerninhalte mögen sich doch so einfach und wirkungsvoll in den Lernenden hineingießen lassen, wie Flüssigkeit mittels eines Trichters in die Flasche. Jede Diskussion um Bildung und Erziehung ist letztlich von diesem Leitbild bestimmt: Bedingungen zu schaffen, die den reibungslosen, verlustfreien und unwillkürlichen Transfer des Lehrinhaltes zum Lernenden gewährleisten. Heute würden wir von der Suche nach dem optimalen Interface sprechen.

In der wissenschaftlichen Diskussion um Bildung und Lernen taucht die in der Redewendung vom Nürnberger Trichter enthaltene Vorstellung eines leichtgängigen, beiläufigen Lernens wieder auf, nämlich in der seit den 70er Jahren – intensiv vor allem seit den 90er Jahren – geführten Diskussion um Begriff und Praxis des informellen Lernens.

Die Umwelt ist nicht mehr auf den persönlichen überschaubaren und beständigen Nahraum begrenzt, sondern zu einer globalisierten, „sich grundlegend verändernden Lebens-, Arbeits-, Gesellschafts- und Medienumwelt“ (Dohmen 2001, S. 16) geworden. Durch diese Veränderungen würden Menschen "zu einem bewussteren, gezielteren und jeweils stärker sinnfindungs- und problemlösungsbezogenen Lernen in den verschiedensten Erfahrungs-, Wissens- und Handlungszusammenhängen in dieser Umwelt" veranlasst (ebd.). Solchen sich permanent wandelnden Bedingungen, sei nicht mehr allein mit einem planmäßig, staatlich organisierten, formalen und abschließbaren Lernen gerecht zu werden (Klasse 1 bis 9 oder 10, 12, 13). Notwendig werde vielmehr lebenslanges und vor allem informelles Lernen.

Über den Autor


Arne Busse
Referent in der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik, Nordamerikastudien, Kunst- und Kulturwissenschaften in München und Berlin. Seit 2001 bei der bpb, seit 2006 im Fachbereich Politikferne Zielgruppen, zuständig für spielbar.de, die interaktive Plattform der bpb zu den Themen Computerspiele, Serious Games und medienpädagogische Angebote.