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Exzessive Computernutzung – Ein suchtpräventiver Blickwinkel

Mike Große-Loheide

Wer sich gegenwärtig mit Computerspieler/inne/n beschäftigt, nimmt Teil an einer leidenschaftlich geführten Debatte. Auf der einen Seite werden die wirtschaftlichen Erfolge von Computerspielen thematisiert, wie etwa von GTA IV, das am "Tag Eins" einen Umsatz von 310 Millionen Dollar einbrachte (vgl. Graff 2008, S. 2) und dessen hohe Spielqualität gefeiert wird. Die virtuelle Stadt Liberty City, in der das Geschehen spielt, zeugt offenkundig von einer so hohen authentischen Dichte, dass sich der Spieler in New York wähnt und die Stadt zu riechen vermeint. Mittels der gerade zum Star erkorenen Figur Niko Bellic können das Straßennetz erkundet und Aufträge erfüllt werden – wenn der Spieler, die Spielerin denn in der Lage ist, die Navigation zu bedienen. Anders gesagt, nur der Kundige kann sich in die "Handlungsstruktur des Spiels" (Klein 2008, S. 14) begeben. Das Eintauchen in Welten ist geradezu Bedingung für die Faszination des Spielens. Hierin gleicht es allen künstlichen Welten, die das Begehren, Teil eines größeren Ganzen zu sein, zu stillen verheißen.

Auf der anderen Seite ist eine Diskussion um die Wirkung solcher Spiele entbrannt, die sich zum Beispiel in dem vorübergehenden Auslieferungsstopp des Buches Computerspiele(r) verstehen (Fritz 2008) der Bundeszentrale für politische Bildung ausgewirkt hat (vgl. Dahlkamp/Gatterburg 2008). Der Vorwurf lautete nicht nur, dass falsche Zitierweisen verwendet worden seien, sondern dass Erkenntnisse über negative Auswirkungen von Computerspielen fehlten. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, weist in seinen Vorträgen immer wieder auf die Nähe von medienpädagogischen Forschern zur Computerspielindustrie hin und unterstellt jenen willfährige Argumentationen und verharmlosende Ergebnisse.

In Printmedien, wie dem Spiegel und der Süddeutschen Zeitung, finden sich Dossiers über die Gefahren von Computerspielen, der Stern berichtet über Computersucht und der Fernsehsender Arte strahlt einen Thementag aus. Eine kleine Gruppe von Experten, wie der Kinderpsychiater Bergmann und der Hirnforscher Hüther, die das Buch Computersüchtig (Bergmann/Hüther 2007) verfasst haben, sowie die mittlerweile verstorbene Medizinerin Grüsser-Sinopoli melden sich wiederholt als Mahner zu Wort.

Über den Autor


Mike Große-Loheide
Lehrer und Medienpädagoge, Referent für Medien- und Stadtteilprojekte im Büro für Suchtprävention in Hamburg. Von 1984 bis 1994 Medienpädagoge im Stadtteilkulturzentrum Motte e.V. Mitglied im Bundesvorstand der GMK und im Vorstand des Mediennetz Hamburg e.V.