37. Forum Kommunikationskultur 2020 - Online-Konferenz

37. Forum Kommunikationskultur 2020 – Online-Konferenz

20.11.2020 - 21.11.2020 webcal
Ganztägig

Freitag, 20.11.2020

Vormittags: Live-Streaming mit Zoom-Bereich für Diskussionen

Für das komplette Vormittagsprogramm ist keine Anmeldung erforderlich. Die Vorträge und Talks werden gestreamt, die jeweils anschließende Diskussion findet in einem Zoom-Meeting statt. Die Links werden während der Veranstaltung hier veröffentlicht.

Live-Stream: https://gmk-net.de/gmk20

ganz-
tägig

Während des gesamten Forums stehen zwei Räume bereit zum Austausch, Netzwerken und zur informellen Kommunikation. Die Räume sind ohne Anmeldung für alle offen und bleiben weitestgehend unmoderiert:

  • GMK-Plauderraum auf Zoom
  • GMK-Plauderraum auf Wonder.Me

Bitte beachten Sie: Die Wonder.Me-Plattform ist noch im Beta-Betrieb und eine stabile Verbindung kann nicht dauerhaft garantiert werden. Dennoch sollten Sie die Möglichkeiten ausprobieren, da sie viele Vorteile gegenüber den klassischen Zoom-Räumen bietet.

10:00 Uhr

Begrüßungen im Live-Stream

  • Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
  • Stefan Haddick, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
  • Eva Bertram, Ministerium für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration (MKFFI), NRW
  • Dr. Marion Brüggemann und Sabine Eder, GMK-Vorsitzende

10:30 Uhr

Impuls 1 im Live-Stream:
Vorsicht Ansteckungsgefahr. Radikalisierungen der Öffentlichkeit in Krisenzeiten

  • Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld

Nach dem Impuls findet eine Diskussion auf Zoom statt.

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Impuls 1 mit Prof. Dr. Andreas Zick

Bereits vor der Pandemie zeigten sich in rechtsradikalen wie menschenfeindlichen Orientierungen Radikalisierungsprozesse in der Mitte, also Distanzierungen von demokratischen Normen und Regeln sowie aggressive bis gewaltförmige Haltungen. Zugleich haben wir in einer Studie über Hassreden gegen Medienschaffende gezeigt, wie sich die radikalen und hasserfüllten Meinungen gegen das Feindbild Medien richten. Und nun? Die Pandemie gibt radikalen Gemeinschaften Gelegenheit, sich zu formieren, neue Öffentlichkeiten zu bilden und Menschen, die sich von der Pandemie und den Regeln betroffen fühlen, zu beeinflussen.

11:30 Uhr

Impuls 2 im Live-Stream:
Wie sich Jugendliche über Politik informieren – Medien, Angebote, Bewertungsmaßstäbe

  • Prof. Dr. Claudia Wegener, Filmuniversität “Konrad Wolf” in Potsdam Babelsberg

Nach dem Impuls findet eine Diskussion auf Zoom statt.

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Impuls 2 mit Prof. Dr. Claudia Wegener

Von der Tagesschau bis Twitter, YouTube, Instagram und Reddit – die Kanäle, über die Jugendliche heutzutage ihr Wissen über Politik beziehen, haben sich in den letzten Jahrzehnten vervielfältigt. Dieser Wandel des Angebotes ist mit neuen Bedürfnissen und Anforderungen verbunden, die Heranwachsende gegenüber der medialen Vermittlung von Politik formulieren. Der Vortrag geht auf beide Aspekte ein und reflektiert auf der Grundlage vorliegender empirischer Studien, über welche Medien Jugendliche gegenwärtig ihr Wissen über Politik beziehen. Daran anschließend diskutiert er, welche Erwartungen an Politik vermittelnde Inhalte damit verbunden sind und welche Konsequenzen sich daraus für die Meinungs- und Medienbildung ergeben können.

12:30 Uhr

Talk 1 im Live-Stream:
Speak out & reflect: Digitale Partizipation – Möglichkeiten und Grenzen medialer politischer Bildung

  • Martin Fuchs, Politikberater, Blogger und Speaker, Hamburg
  • Saba-Nur Cheema, Pädagogische Leitung Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main

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Talk 1 mit Martin Fuchs & Saba-Nur Cheema

Martin Fuchs: Politikberater, Blogger und Speaker, Hamburg; berät Regierungen, Parlamente, Parteien und Verwaltungen in digitaler Kommunikation; war zuvor Politik- und Strategieberater in Brüssel und Berlin; Dozent für digitale Kommunikation und Politik an verschiedenen Hochschulen; ist zudem Gründer der Social Media-Analyse-Plattform Pluragraph.de und bloggt über Digitalisierung in der Politik unter www.hamburger-wahlbeobachter.de; Kolumnist des Fachmagazins “politik & kommunikation” und wird als Experte zum Thema Social Media und Politik oft in den Medien zitiert (http://bit.ly/MartinFuchsMedien). Weitere Informationen unter: http://martin-fuchs.org/

Saba-Nur Cheema: Pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank – Zentrum für politische Bildung und Beratung in Frankfurt; studierte Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität; Dozentin an der Frankfurt University of Applied Sciences im Bereich Soziale Arbeit; leitet Seminare und hält Vorträge u.a. zu folgenden Themen: Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Rassismus, Islamfeindlichkeit und Religionspluralität; besonderer Schwerpunkt in ihrer Arbeit: Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen, muslimischen Gruppen sowie Personen mit Migrations- und Fluchterfahrung; entwickelt Projekte und Methoden für die historisch-politische Bildung, die die Konstellationen von Heterogenität und Diversität in der Migrationsgesellschaft miteinbeziehen; Veröffentlichungen u.a.: Trigger Warnung. Identitätspolitik zwischen Abschottung, Allianzen und Abwehr (2019, als Herausgeberin mit Berendsen/Mendel), (K)Eine Glaubensfrage. Religiöse Vielfalt im pädagogischen Miteinander. Grundkenntnisse und praktische Empfehlungen für Schule und außerschulische Bildungsarbeit (2017).

13:30 Uhr

Mittagspause mit Swing von DJ Mr. Gin im Live-Stream

Zum geselligen Beisammensein und informellen Austausch nutzen Sie bitte parallel zum DJ-Stream den Zoom-Plauderraum oder die Wonder.Me-Plattform.

Workshops Freitag, 20.11.2020

Für die Workshops ist eine Anmeldung erforderlich! Wählen Sie pro Zeitfenster max. EINEN Workshop aus und klicken danach auf »Anmeldung«, um Ihre Anmeldung abzuschließen.

Die Links zu den Workshopräumen wurden automatisch mit der Anmeldebestätigung versendet.

14:30 – 15:30 Uhr

Workshop 01: Lost Places – Jugendtreffs im digitalen Schwarzen Loch!?

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Workshop 01: Lost Places – Jugendtreffs im digitalen Schwarzen Loch!?

Beschreibung:

Ein kurzer Reisebericht von zwei Jugendarbeitern, die auszogen, um eine digitale offene Kinder- und Jugendarbeit zu gestalten, inklusive diverser Handlungsempfehlungen aus der Praxis. Viele pädagogische Fachkräfte kennen evtl. gerade noch ICQ oder Mail, aber bestimmt kein Instagram, Fortnite, Twitch oder Steam. Ein Jugendtreff sollte eigentlich ein offener, niedrigschwelliger, an den Interessen und Lebenswelten der Besuchenden ausgerichteter Freizeit- und Bildungsort sein. Dieser Workshop zeigte anhand zweier Beispiele, wie moderne Kinder- und Jugendarbeit mit Einsatz digitaler Medien, Tools und Kommunikationskanälen funktionieren kann.

Bericht der Referent*innen:

Wir haben in dem Workshop versucht, den Teilnehmenden einen kleinen Einblick in unsere Digitale Offene Kinder- und Jugendarbeit zu geben, also in die Arbeit, die wir in Braunschweig und Wolfsburg in unserer Einrichtungen machen. Kern war der Grundgedanke eines kleinen Paradigmenwechsels: Wir holen die Medien in den Alltag eines Jugendtreffs und arbeiten damit wie mit allen anderen, überall verfügbaren und etablierten Elementen eines Jugendtreffs auch. WLAN, (Online-) Gaming, Social Media, Coding, Bild- und Tonbearbeitung usw. werden so normal wie Billard, Kicker, Brennofen, Bastelecke, Dartscheiben oder Küche, Toiletten und Sofas. Es gibt keine (Leuchtturm-) Projekte, durchgeführt von spezielle engagierten Medienpädagog*innen, sondern Alltagsarbeit, umgesetzt von Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen. Wir wollten den Teilnehmenden vermitteln, das die #dOKJA damit ein wunderbarer Raum für die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist, z.B. für Selbstwirksamkeitserfahrungen, informelle Bildung und Spaß. Also für all die Dinge, die in einem formalen Kontext von Schulen und Elternhaus nicht so wirklich gut möglich sind, bei uns aber sehr gut gelingen können.

Offene Themen aus der Diskussion waren Datenschutz bei der Nutzung der ganzen Tools und Kanäle, Finanzierung der Ausstattung, Ausbildung der Fachkräfte, technische Umsetzungen von Leitungen bis WLAN und noch viel mehr.

Weitere Infos zur #dOKJA und der Kontakt zu uns: https://ak-medien.net

Beide Referenten sind Teil des Arbeitskreises Medien Niedersachsen. Der Workshop enthielt viele Elemente aus der „Handlungsempfehlungen für digitale Kinder- und Jugendarbeit“. Die kompletten Infos zum AK sind hier zu finden: https://ak-medien.net

#haltung #lebenswelten #jugendraumgeben #wlan #gaming #socialmedia #offen #vielfaltraumgeben #dOKJA

Durchführende:

  • Maik Rauschke, medienreferenten.net
  • Stefan Schaper,  medienreferenten.net

Eine Kurz-Vita zu allen Beteiligten finden Sie auf der Personen-Seite.

Workshop 02: Apples Werk und Googles Beitrag: Warum die Medienpädagogik der Disruptor der Disruption ist

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Workshop 02: Apples Werk und Googles Beitrag: Warum die Medienpädagogik der Disruptor der Disruption ist

Beschreibung:

Wie viel Raum bleibt uns, eingeklemmt zwischen hochentwickelten und ausdifferenzierten Systemen, in Zeiten, wo wenige Konzerne und Staaten das Entwicklungstempo und die Richtung vorgeben, um zu handeln? Wie viel Gestaltungsfreiraum ist noch vorhanden und welchen Einfluss haben wir noch? Wie sieht eine Welt aus, in der Handeln und Partizipation wirkmächtig sind? Ist die mit uns verbundene und umgebende Hochtechnologie der Schlüssel, um das Tor des Handelns zu öffnen oder für immer zu verschließen? Bereits 1970 schrieb Hannah Arendt: „Der Fortschritt der Wissenschaft ist von dem, was wir tun wollen, fast unabhängig geworden; […]. Der Fortschritt folgt seinen eigenen unerbittlichen Gesetzen und zwingt uns, ohne Rücksicht auf die Folgen zu tun, was immer wir können.“ Ein fast prophetisch klingender Satz für unser Zeitalter, das auf der Schwelle steht zur Künstlichen Intelligenz.

Von Big Data und Überwachungskapitalismus bis zu einem immer schärfer geführten Diskurs über Freiheit und Sicherheit; von Künstlicher Intelligenz und Post Privacy bis zu militärischen Abfallprodukten, die unsere Apps spaßiger machen. All diese Themen wurden im Workshop beleuchtet und darüber hinaus wurde der Frage nachgegangen, welche Metaproblematiken die Digitalisierung mit sich bringt. Neben praktischen Tipps wurde anschließend darüber debattiert, wo die Medienpädagogik sich verorten muss, um mehr Partizipation und Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Bericht der Referent*innen:

Wir haben aufgezeigt, welche Datenspuren die Nutzer*innen im Internet hinterlassen und welche technischen Möglichkeiten es zur digitalen Selbstverteidigung gibt. Darüber hinaus stellten wir aktuelle sowie zukünftige Entwicklungen dar und wie diese Medienkulturen und Öffentlichkeit in Zukunft prägen.

Wir sind der Ansicht, in der Medienpädagogik müssen die Teilkompetenzen Medienkunde und Medienkritik stärker gefördert werden. Dadurch versprechen wir uns, dass das Bewusstsein für Privatsphäre sowie die Auswirkungen auf gesellschaftliches Zusammenleben geschärft werden. Konkret können wir uns vorstellen, bei den nächsten GMK-Foren Cryptoparties anzubieten.

Durchführende:

  • Marc Velten, Medienmonster e.V.
  • Heiko Wolf, Der Medienwolf

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Workshop 03: Fake News als Thema in der medienpädagogischen Weiterbildung

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Workshop 03: Fake News als Thema in der medienpädagogischen Weiterbildung

Beschreibung:

Nicht erst seit der Corona-Krise ist das Buzzword Fake News in aller Munde. Obwohl der Begriff in der aktuellen Medienberichterstattung vielfach verwendet wird, ist seine sinnhafte Verwendung z. T. heftig umstritten. Es benötigt sowohl einen Überblick über die teils sehr heterogenen Verwendungsweisen des Begriffs im Fach als auch ganz konkrete Beispiele aus sozialen Medien, die die Problematik verdeutlichen, die mit der Verwendung des Begriffs manchmal einhergeht. Gerade sich implizit darin widerspiegelnde mediendeterministische (Vor-)Annahmen können auch ganz konkrete Auswirkungen auf medienpädagogische Weiterbildungsangebote haben.

Einerseits wurde mit den Teilnehmenden des Workshops das Problem der medialen Falschinformation grundlegend und theoretisch fundiert diskutiert. Andererseits wurde gleichzeitig der Versuch unternommen, Lösungsansätze in Form von medienpädagogischen Weiterbildungsangeboten aufzuzeigen und folgenden Fragestellungen nachzugehen: Wie fördert man nachhaltig ein umsichtsvolles und medienkompetentes Agieren von Jugendlichen, aber auch Erwachsenen aller Altersgruppen in einer zunehmend von digitalen Medien geprägten Gesellschaft? Was bedeutet das hinsichtlich des beruflichen Lernens von Pädagogen*innen?

Bericht der Referent*innen:

In diesem Workshop stand zunächst das Ziel im Vordergrund, sich dem nicht nur im wissenschaftlichen Diskurs vieldiskutierten Begriff „Fake News“ anzunähern. Christian Schulz (Uni Paderborn) lieferte dafür einen Impulsvortrag, in dem er den Begriff aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive einordnete. In der anschließenden Diskussion arbeiteten die Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema auf und stellten hier insbesondere die Bedeutung von Emotionen in den Vordergrund, die es im pädagogischen Arbeitsalltag vielfach schwierig machen, auf einer sachlichen Ebene über das Thema zu diskutieren. Im anschließenden zweiten Impulsvortrag gab Lukas Dehmel (Uni Paderborn) einen Überblick über die empirischen Erkenntnisse, die in verschiedenen Studien zum Thema generiert werden konnten. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend wurden nun gemeinsam mit den Teilnehmenden Ideen entwickelt, wie Fort- und Weiterbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen organisiert sein sollten, um sich dem Thema angemessen anzunähern. Dabei diskutierte man verschiedene Programme, die von unterschiedlichen Weiterbildungsinstitutionen angeboten werden. Die Moderation des Workshops übernahm Anne Schulze (Fachgruppe Erwachsenen- und Weiterbildung).

Durchführende:

  • Lukas Dehmel, Universität Paderborn
  • Christian Schulz, Universität Paderborn
  • Moderation: Dr. Anne Schulze, Hochschule Koblenz

GMK-Fachgruppe Erwachsenen- und Weiterbildung

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Workshop 04: Das Spannungsfeld von Meinungsfreiheit und Desinformation – Wer trägt welche Verantwortung?

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Workshop 04: Das Spannungsfeld von Meinungsfreiheit und Desinformation – Wer trägt welche Verantwortung?

Beschreibung:

Vieles, was unter dem Begriff der Desinformation diskutiert wird, mag faktisch falsch sein, ist jedoch ein legitimer und schützenswerter Ausdruck von Meinungen. Zugleich drängt nicht erst seit der aktuellen Corona-Krise die Frage, wie man falschen und bewusst irreführenden Informationen im Netz angemessen begegnet. Dabei ist immer wieder zu erkennen, dass Plattformen wie Google, Facebook, Twitter und Co. jeweils eigene Maßnahmen dagegen ergreifen. Dennoch gibt es großen Verbesserungsbedarf im Umgang mit Desinformation im Netz und es braucht einheitliche Regeln für die Plattformen sowie verlässliche Orientierungshilfen für Nutzer*innen. Heutzutage informieren sich viele Menschen zunehmend in sozialen Netzwerken über aktuelle Ereignisse. Hierbei laufen Nutzer*innen Gefahr, Falschnachrichten sowie Verschwörungstheorien zu begegnen und selbst zu verbreiten.

Im Workshop der Landesanstalt für Medien NRW wurden Tipps im Umgang mit Falschnachrichten vorgestellt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen, die bei dem Aufdecken von Fake News im Internet altersgerechte Aufklärung und Unterstützung benötigen. Darüber hinaus wurde auf die Aufgabe der Plattformen im Spannungsfeld von Meinungsfreiheit und Desinformation eingegangen. Bei einem Online-Quiz der EU-Initiative Klicksafe (www.klicksafe.de/quiz) konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden und ihr Wissen zu Fake News und Co. auf die Probe stellen.

Bericht der Referent*innen:

Das Phänomen der bewusst irreführenden Fehlinformationen im Netz wurde sowohl aus Sicht der Medienregulierung als auch der Medienpädagogik diskutiert. Das Thema hat insbesondere vor dem Hintergrund der politischen Meinungsbildung im digitalen Raum eine hohe Bedeutung.

Es wurden verschiedene Formen von Desinformation vorgestellt und auf aktuelle Ergebnisse der forsa-Befragung zur Wahrnehmung politisch motivierter Desinformation hingewiesen. In diesem Zusammenhang hat sich der Workshop auch mit der Verantwortung der Online-Plattformen im Umgang mit Desinformation auseinandergesetzt. Oberstes Ziel ist hierbei, die Meinungsfreiheit im Netz zu schützen, ohne diese durch den Schutz zu beschneiden.

Auch den Nutzer*innen selbst kommt im Umgang mit Desinformation eine bedeutende Rolle zu. So gilt vor allem bei jungen Menschen, die sich vermehrt durch das Internet informieren, Informationskompetenz als Kernkompetenz zu stärken. Für diese Zielgruppe hat Workshop konkrete Hilfestellungen gegeben und passende medienpädagogische Materialien vorgestellt:

Durchführende:

  • Nadine Eikenbusch, Landesanstalt für Medien NRW
  • Dr. Meike Isenberg, Landesanstalt für Medien NRW

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Workshop 05: Soziale Medien als Kultureller Bildungsraum – Neue Wege zwischen partizipativer Forschung und Medienbildung

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Workshop 05: Soziale Medien als Kultureller Bildungsraum – Neue Wege zwischen partizipativer Forschung und Medienbildung

Beschreibung:

Unter dem Motto »Zeig Deine Welt! Entdecke Vielfalt! Gestalte digitale Kultur!« erforscht das Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung* gemeinsam mit Menschen unterschiedlichen Alters soziale Medien als einen kulturellen Bildungsraum. Dieser bringt neben veränderten Möglichkeiten der Interaktion und Teilhabe auch neue Formen des ästhetischen Selbstausdrucks, wie Selfies oder Memes, hervor. Indem das Onlinelabor die Vielfalt digitaler Nutzungspraktiken betont und die Nutzer*innen als Expert*innen ihrer Alltagserfahrungen adressiert, erkundet es neue Wege zwischen partizipativer und handlungsorientierter Forschung und Medienbildung. Neben methodischen Ansätzen zur Dokumentation und Reflexion von Alltagserfahrungen steht hiermit insbesondere auch die Frage im Raum, wie und von wem entsprechende Erfahrungen im Umgang mit sozialen Medien zu analysieren und zu deuten sind.

Bericht der Referent*innen:

Aufbauend auf einer kurzen Präsentation der Erfahrungen des Onlinelabors für Digitale Kulturelle Bildung wurden drei Fragen zum Schnittfeld von partizipativer Forschungs- und Bildungsarbeit zur Diskussion gestellt:

  • Wie lassen sich Methoden an der Schnittstelle von Medienbildung und Forschung produktiv weiterdenken?
  • Wie weit darf, kann, muss Partizipation gehen und wie kann sie ermöglicht werden?
  • Was sind mögliche und wünschenswerte Zielformate partizipativer Forschung?

Neben terminologischen und konzeptuellen Anmerkungen thematisierten die Teilnehmer*innen in der Diskussion die Frage, inwiefern partizipative Forschung im Kontext der Medienbildung dem Qualitätskriterium der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit gerecht werden kann. Wie muss dieses Kriterium im Sinne einer Forschung die nicht über, sondern mit Menschen forscht, weitergedacht werden? Weitere Aspekte betrafen die In- bzw. Exklusivität dieser Forschungsangebote wie auch die Möglichkeiten zur Rückkopplung der Ergebnisse.

*Das Onlinelabor ist ein vom BMBF gefördertes Forschungsprojekt, an dem die GMK als Kooperationspartner beteiligt ist.

Durchführende:

  • Christoph Richter, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung
  • Christoph Schröder, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung
  • Moderation: Martina Ide, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Dozentin für Fachdidaktik Kunst am Kunsthistorischen Institut

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Workshop 06: Podcast in Progress – ein Beteiligungs-Tool für Kinder und Jugendliche in der medienpädagogischen Praxis

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Workshop 06: Podcast in Progress – ein Beteiligungs-Tool für Kinder und Jugendliche in der medienpädagogischen Praxis

Beschreibung:

Die Anerkennung von Kindern und Jugendlichen nicht mehr nur als Rezipient*innen, als zu Erziehende oder sich Entwickelnde, sondern ebenso als aktive, selbständige Medienproduzent*innen und Gesellschaftsmitglieder ist grundlegend für die Betrachtung von Möglichkeiten und Grenzen der Mediennutzung unter Förder-, Beteiligung- und Schutzaspekten gleichermaßen, wie es durch die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 festgeschrieben ist.

Der Workshop legte den Fokus vor allem auf den kinderrechtlich begründeten Beteiligungsaspekt von Kindern und Jugendlichen bei der Konzeption und Durchführung von Medienbildungsangeboten. Dabei wurde mit den teilnehmenden Fachkräften diskutiert und erarbeitet, was es braucht, damit medienpädagogische Angebote den Bedürfnissen und Situationen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen gerecht werden können. Und sie in die Lage versetzen können, sich auf vielfältige Weise digital zu artikulieren und zu partizipieren. Anhand eines Praxisbeispiels, einem Podcast-Projekt von Jugendlichen, wurden die Ausdrucksmöglichkeiten und gleichzeitig der darin realisierte Peer-to-Peer-Gedanke veranschaulicht. Hier ging es weniger um die Vorstellung eines fertigen Produkts als vielmehr um den Prozess der Entwicklung und Produktion selbst. Beteiligte Jugendliche des Podcast-Projekts kamen im Workshop selbst zu Wort.

Eindruck der Referent*innen:

Der Workshop wurde in folgendem Padlet dokumentiert: https://padlet.com/digibeteiligung/gmk_podcast

Durchführende:

  • Sebastian Redlich, JuSeV Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (Fürstenwalde) mit Jugendlichen der Podcast-Reihe der Jugendinitiative Fürstenwalde
  • Moderation: Katharina Bluhm, Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Der Workshop wurde organisiert durch  das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. (DKHW).

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16:30 – 17:30 Uhr

Workshop 07: Revolution, Protest und Einflussnahme in digitalen Spielen – Creative Gaming in Theorie und Praxis

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Workshop 07: Revolution, Protest und Einflussnahme in digitalen Spielen – Creative Gaming in Theorie und Praxis

Beschreibung:

Wenn wir in digitale Spielwelten eintauchen, begeben wir uns in ein System aus Regeln, Machtstrukturen und Repräsentationen. Als Spielende steht uns so immer ein begrenzter Handlungsspielraum zur Verfügung, dessen Grenzen dort verlaufen, wo die Entwickler*innen sie gezogen haben und keine Alternativen mehr anbieten. Aber Spielende geben sich nicht immer zufrieden damit. Sie vernetzen sich in Online-Spielen und -Foren, organisieren digitale Protestaktionen oder nehmen mithilfe von Modifikationen und kreativer Nutzung Änderungen in der Spielumgebung, an Figuren oder gar der Geschichte vor.

Im Workshop wurden daher zunächst digitale Spiele in den Blick genommen, die Protest und Revolution zum Thema haben, sie spielbar machen und die Spielenden in die verschiedenen Perspektiven der Konfliktparteien versetzen. Anschließend wurde auf die verschiedenen Protestaktionen von Gaming-Communitys innerhalb und außerhalb von Computer- und Videospielen eingegangen und aufgezeigt, wie sich Spieler*innen gegen die Entscheidungen von Entwickler*innen oder Spielsystemen auflehnen und mit eigenen Ideen die Spielwelt oder -handlung formen. Außerdem wurden Beispiele für Projekte geliefert, in denen digitale Spiele zum Schauplatz für analoge Demonstrationen werden. Im letzten Teil des Workshops wurden die Teilnehmenden selbst aktiv und entwickelten mit wenigen Mitteln fiktive Spielideen, in deren Zentrum verschiedene Formen des Protests erlebbar werden.

Berichtder Referent*innen:

Man sagt zwar “Games sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen” – aber wohl nicht in der Mitte der Medienpädagogik. Wir wollten spielerische Medienkulturen zu Protest und Einflussnahme darstellen und zeigten dazu einerseits passende Games, aber auch Proteste von Spielenden in konventionellen Spielen, wie die Abbilder der Proteste von Hong Kong in dem Spiel Animal Crossing.

Wir freuen uns auch sehr, dass das nächste Motto Spielpädagogik bzw. Games in der Medienpädagogik sein wird, da man die immersiven Potenziale von Games in diesem Bereich nutzen kann. Es gilt, kritisches Spielen im Hinblick auf Stereotypen und politische Themen zu fördern sowie das Entwickeln von eigenen Spiel(-ideen), um so das Bewusstsein für wichtige und gesellschaftskritische Themen im Alltag zu stärken.

Durchführende:

  • Vera Marie Rodewald, Initiative Creative Gaming e.V., Hamburg
  • Sarah Fartuun Heinze, Initiative Creative Gaming e.V., Hamburg
  • Heiko Wolf, der medienwolf

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Workshop 08: Nach dem Lockdown – und trotzdem hört keine*r auf die Medienpädagog*innen? Engagement, Einfluss und Protest als Aufgabe von Fachlichkeit

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Workshop 08: Nach dem Lockdown – und trotzdem hört keine*r auf die Medienpädagog*innen? Engagement, Einfluss und Protest als Aufgabe von Fachlichkeit

Der Workshop verfolgte das Ziel, gemeinsam eine Aktion vorzubereiten, mit der wir unserer medienpädagogischen Expertise mehr Gehör verschaffen können. Alle Kolleg*innen haben sich in diesem Jahr mit großem Engagement dafür eingesetzt, um Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte trotz der Beschränkungen möglichst gut zu begleiten. Dennoch (oder deshalb?) finden unsere Forderungen bisher noch zu wenig Widerhall im bildungspolitischen Diskurs.

Im Rahmen der Initiative “Keine Bildung ohne Medien!” wurde von den beteiligten Institutionen und Fachverbänden ein Positionspapier erarbeitet, das zentrale medienpädagogische Forderungen bündelt. Im Workshop haben wir konkrete Ansätze erarbeitet, wie wir unsere (ggf. nach Arbeitsbereichen auch unterschiedlichen) Anliegen im Diskurs platzieren und dabei durch gemeinsame Aktionen größere Sichtbarkeit erreichen können. Keine Vorträge, nur Austausch und gemeinsame und konkrete Planung.

Material:
www.keine-bildung-ohne-medien.de/die-krise-als-chance-fuer-bildung-lernen-aus-dem-lockdown 

Durchführende:

  • Prof. Dr. Sven Kommer, RWTH Aachen University, Sprecher Initiative Keine Bildung ohne Medien (KBoM)
  • Prof. Dr. Thomas Knaus, PH Ludwigsburg, FTzM Frankfurt, Lenkungskreis KBoM
  • Horst Sulewski
  • Niels Brüggen

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Workshop 09: Beyond Gender!? Paradoxien geschlechterreflektierter Medienpädagogik begegnen

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Workshop 09: Beyond Gender!? Paradoxien geschlechterreflektierter Medienpädagogik begegnen

Beschreibung:

Geschlecht und Sexualität sind Kategorien, die unsere Lebensrealitäten auf zentrale Weise prägen, indem sie bestimmte geschlechtliche und sexuelle Lebensweisen als Norm setzen und andere abwerten und erschweren. Gleichzeitig sind sie eng mit Medienhandeln sowie mit medialen Inhalten und digitalen Technologien verknüpft. Die medienpädagogische Forschung und Praxis setzt sich zum Ziel, diesem Umstand Rechnung zu tragen und ihm pädagogisch zu begegnen. Dabei ist in der geschlechterreflektierenden Medienpädagogik theoretisch anerkannt, dass Geschlecht und Sexualität als soziale Konstrukte zu verstehen sind, die keine fixe Entitäten darstellen, sondern fortlaufend hergestellt, aber auch überschritten und umgedeutet werden. In der Umsetzung von Forschungs- oder Praxisprojekten stellt sich jedoch vielfach die Frage, wie adäquat auf geschlechterdifferente Ungleichheiten reagiert werden kann, ohne gleichzeitig heteronormative Geschlechterdualismen zu reproduzieren.

Bericht der Referent*in:

Im Workshop Beyond Gender!? Paradoxien geschlechterreflektierter Medienpädagogik begegnen haben wir uns zunächst kurz darüber ausgetauscht, wie der Stand rund um Gender und Medienpädagogik einzuschätzen ist. Dabei waren sich die Teilnehmer*innen weitestgehend einig, dass die geschlechterreflektierte Medienpädagogik vorangetrieben werden muss, da (digitale) Medienöffentlichkeiten weiterhin ein Ort sind, an dem Geschlechternormen maßgeblich formuliert werden – auch von den Nutzer*innen selbst. Die Vermittlung von Medienkompetenzen kann ein Weg sein die Reflexion von Geschlechternormierungen anzuregen und umgekehrt, so dass sich beide pädagogischen Anliegen gegenseitig ergänzen können. Gleichzeitig mangelt es in Bezug auf digitale Medien bisher aber an Systematisierungen, einem ‚theoretischen Unterbau‘ und konkreten Handlungskonzepten.

Im zweiten Teil des Workshops wurde zunächst nachgezeichnet, wie Geschlecht in der Medienpädagogik thematisiert wurde/wird und die geschlechtsspezifische der geschlechterreflektierten Medienpädagogik gegenübergestellt. Anschließend wurde folgendes Dilemma geschlechterreflektierter Medienpädagogik (an)diskutiert: Um die Wirkmächtigkeit der Kategorie Geschlecht abzubauen, muss sie (auch) zum Thema gemacht werden. Hierzu wurden verschiedenen Strategien aus der geschlechterreflektierten Pädagogik vorgestellt (Dramatisierung, Entdramatisierung/Nicht-Dramatisierung von Geschlecht) und in Kleingruppen in Bezug auf die eigene medienpädagogische Arbeit diskutiert. Für eine systematisch Zusammenführung der Kleingruppendiskussion blieb wenig Zeit. Deutlich geworden ist aber, dass es diese Frage in der geschlechterreflektierten Medienpädagogik weiterzuverfolgen gilt – in Bezug auf theoretische Perspektiven sowie die Arbeit in der medienpädagogischen Praxis.

Hier noch ein Einblick in die Notizen und Äußerungen der Teilnehmer*innen aus der Kleingruppenarbeit und der Gruppendiskussion:

  • Geschlecht bleibt als Binarität im Alltag von Jugendlichen relevant und die dazugehörigen Normierungen/Einschränkungen und ihre Folgen müssen pädagogisch bearbeitet werden, aber es gibt auch mehr geschlechtliche Vielfalt
  • In der Medienwelt scheint es derzeit einen Role-Back hin zu traditionellen Geschlechternormen zu geben (siehe Malisa-Studie oder Gendermarketing)
  • These: Mädchen/Jungen mit ‚wenig Ressourcen‘ halten sich teilweise an (stereotypen) Geschlechterrollen fest und versuchen ‘wenigstens’ ein ‘gutes’ Mädchen/’guter’ Junge zu sein
  • Mediennutzungsverhalten wird zu oft auf Jungen und Mädchen runtergebrochen
  • Sollen wir nicht lieber eher thematisch arbeiten und Geschlecht im Sinne einer Ent-Dramatisierung in den ‚Hintergrund‘ treten lassen?
  • Es gilt stärker eine intersektionale Perspektive in die eigene wissenschaftliche und pädagogische Arbeit rund um Geschlecht und Medienpädagogik zu integrieren
  • Geschlechterthemen können Türöffner für andere pädagogisch relevante Themen sein
  • Es geht weiterhin darum geschlechtsbezogene Medieninhaltspräferenzen und Mediennutzungsweisen zu thematisieren, als Ausdruck von Geschlechternormen sichtbar zu machen und Alternativen aufzuzeigen. Dabei stellen sich die Fragen: Wie gehe ich pädagogisch konkret damit um und wie finde ich gute/passende mediale Angebote?
  • Die Klammer für den Blick aus medienpädagogischer und geschlechtersensibler Perspektive könnte das ‚Grenzachtende Verhalten‘ sein
  • als Orientierung für die Verknüpfung verschiedener Bindestrich-Pädagogiken könnte das Verständnis vom erzieherischen Kinder- und Jugendschutz mit Blick auf die Persönlichkeitsentwicklung dienen

 

Durchführende:

  • Raik Roth, Technische Hoschschule Köln

GMK-Fachgruppe Medien und Geschlechterverhältnisse

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Workshop 10: Fridays for Future als Katalysator für Digitale Bildung?

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Workshop 10: Fridays for Future als Katalysator für Digitale Bildung?

Beschreibung:

Beobachtet man die Aktivist*innen der Klimabewegung von Fridays for Future (FFF) so wird deutlich, dass sich diese jungen Menschen vielfältige digitale Tools zunutze machen, um ihre Ziele zu erreichen. Sie kommunizieren, kollaborieren und mobilisieren mithilfe von sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten und Videoplattformen. Dabei scheint dieses Kommunikationsverhalten mühelos, spontan und flexibel, ganz als seien die entsprechenden Kompetenzen schon immer da gewesen und mit der Muttermilch eingeflößt worden. Die digitalen Outputs sind professionell und schnörkellos zweckmäßig. Doch woher kommen diese medialen Kompetenzen? Wie haben Jugendliche und junge Erwachsene gelernt, die mediale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sich über kollaborative Tools zu organisieren und plattformübergreifend zu vernetzen?

Die Vermutung liegt nahe, dass diese Kompetenzen im Doing entstehen. Mit der leichten und unkomplizierten Einstellung, digitale Anwendungen einfach auszuprobieren und durch Trial-and-Error zu lernen, ergreifen sie die Initiative und empowern sich digital selbst. Diese pragmatische Herangehensweise an das eigene digitale Empowerment als Nebenprodukt einer breiten Jugendbeteiligung wurde in dem Workshop in den Blick genommen. Beobachten wir hier, ausgelöst von einer globalen Krise, einen Schub für die Digitale Bildung? Entstehen aus solchen Anlässen neue Chancen für Digitale Bildung als Bottom-up-Bewegung? Unterfüttert wurden diese und weitere Leitfragen sowie Annahmen durch aktuelle Studienergebnisse, eigene Forschungsbefunde und Analysen der Literatur.

Bericht der Referent*in:

In dem Workshop wurde am Beispiel Fridays For Future die Frage diskutiert, inwiefern die heutige Jugend eine neue politische Teilhabe lebt und einfordert, und ob damit ein neuer Umgang mit Medienkompetenzen zu beobachten ist. Die zentralen Beobachtungen waren, dass FFF keine typisch rebellische Bewegung ist, sondern dass aufgrund der sehr jungen Gruppe unter den Partizipierenden eine neue beeindruckende Qualität sichtbar wird. Greta Thunberg wurde hier als eine besondere Medienfigur beschrieben und in diesem Kontext wurde darauf verwiesen, dass gerade die heutige partizipative Medienwelt sie und die Bewegung in besonderer Weise auf die mediale und politische Agenda bringt. Für die weitere Erforschung politischer Bewegungen junger Menschen und ihren Medienkompetenzen wurde vorgeschlagen, auch andere, internationale Aktivist*innen sowie andere politische Themen vergleichend in den Blick zu nehmen (z. B. Anti-Waffenbewegung der Jugend oder #BlackLifesMatter in den USA).

Durchführende:

  • Dr. Anna Soßdorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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Workshop 11: Bibliotheken zwischen gesellschaftlicher Teilhabe und Medienbildung

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Workshop 11: Bibliotheken zwischen gesellschaftlicher Teilhabe und Medienbildung

Beschreibung:

Bibliotheken sind offene Orte der Begegnung in einer vielfältigen Gesellschaft. Als Kultur- und Bildungseinrichtungen ermöglichen sie durch ihre Angebote gesellschaftliche Teilhabe für alle Bürger*innen. Durch die Förderung von Lese-, Medien- und Informationskompetenz sowie das Bereitstellen und Zugänglichmachen von Medien und Informationen tragen sie zur individuellen und verantwortlichen Meinungs- und Willensbildung in einer demokratischen Gesellschaft bei. Bibliotheken sind in der Bildungslandschaft wichtige öffentliche Räume der Medienbildung und den dazugehörigen Diskurs. Dabei erweitern sie ihre Kompetenzen und Aufgabenfelder vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Zeitgeschehens. Als außerschulische Orte der Bildung bieten die Einrichtungen verschiedene Workshop- und Bildungsformate an. Medienpädagog*innen werden vermehrt als Partner*innen oder als festangestellte Personen eingesetzt, um den Bedarf an den medienpädagogischen Herausforderungen zu decken.

Der Workshop gab einen kurzen Einblick in medienpädagogische Angebote in Bibliotheken und regte einen Austausch über Bibliotheken als Orte der Medienbildung an. Welche Potenziale stecken in öffentlichen Institutionen in diesem Kontext? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern, gerade was strukturelle Rahmenbedingungen betrifft?

Bericht der Referent*innen:

Die Teilnehmenden diskutierten darüber, was vor allem öffentliche Bibliotheken für Medienbildung und Teilhabe in der Gesellschaft tun können. Dazu stellte Lukas Opheiden die medienpädagogischen Angebote der Stadtbibliothek Minden vor, die eine große Vielfalt verschiedener Möglichkeiten ins Auge fasste. Andreas Langer von der Stabstelle Medienpädagogik der Büchereizentrale Schleswig-Holstein präsentiere das Planspiel Fake Hunter Junior für Grundschulen, was in vielen Bibliotheken Deutschlands auf Dauer zur Fake News Prävention eingesetzt werden kann. Im Anschluss wurde gemeinsam über verschiedene Angebote diskutiert, die in einem Flinga (https://flinga.fi/s/FDJT8PU) gesammelt wurden. Dazu kamen viele Fragen über die Durchführung sowie die Ausgestaltung der Stellen in den Bibliotheken auf.

Der Workshop war auch ein Auftakt für die Gründung der GMK-Fachgruppe Medienpädagogik in Bibliotheken, die sich am 13.01.2021 gründen wird.

Durchführende:

  • Dennis Kranz, Stadtbibliothek Rostock
  • Lukas Opheiden, Stadtbibliothek Minden
  • Andreas Langer, Büchereizentrale Schleswig-Holstein
  • Moderation: Raphaela Müller, JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Eine Kurz-Vita zu allen Beteiligten finden Sie auf der Personen-Seite.

Workshop 12: „Coole Suppe“ – Filme drehen für den Klimaschutz

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Workshop 12: „Coole Suppe“ – Filme drehen für den Klimaschutz

Beschreibung:

Mit der Fridays for Future Jugendbewegung bekam das Thema Umweltschutz für viele Kinder und Jugendliche eine zunehmende Relevanz. Mit dem medien- und umweltpädagogischen Filmprojekt „Coole Suppe Kurzfilmfestival“ zur nachhaltigen Esskultur haben wir dieses Thema aufgegriffen und 2019 erstmals in Freiburg umgesetzt.

„Klimaschutz beginnt auf dem Teller“ war das Motto der vielfältigen Filmaktivitäten, ob auf dem Bauernhof, dem Abenteuerspielplatz, im Jugendzentrum oder im AufLaden von Kommunikation & Medien. Im Vorfeld des Festivals wurden zahlreiche handlungsorientierte Filmworkshops realisiert. Hier konnten Kinder und Jugendliche durch medienpädagogische Unterstützung lernen, wie sie ihre Ideen und Anliegen filmisch umsetzen. Zudem erhielten sie Infos zu Aspekten rund um Nachhaltigkeit und nachhaltige Ernährung und konnten sich mit Gleichaltrigen darüber austauschen.

Beim Kino-Festival bekamen Kinder und Jugendliche für ihre produzierten Filme und Themen eine attraktive Bühne und Öffentlichkeit. Das Kinoprogramm bestand aus 29 eingereichten Kurzfilmen und die jungen Filmproduzent*innen zeigten ihren Familien und Freunden stolz ihre Werke. Es wurde eine interessante Bandbreite an Genres geboten und drei Mal wurde der Publikumspreis die „Goldene Karotte“ verliehen. Nebenbei gab es ein ökologisch orientiertes, kulinarisch-kulturelles Mitmachprogramm, in dem man z.B. Kräutersalz herstellen, einen Abfall-Kalender basteln oder mit Trickboxx, Greenscreen, Kamera und Mikrofon experimentieren konnte.

In diesem Jahr standen die Filmworkshops und das Festival vor den Herausforderungen der Pandemiebeschränkungen. Man stand vor der Frage: Wie kann es gelingen, die Qualität der Präsenz-Veranstaltung nun in den digitalen Raum zu übertragen? Wie kann Wertschätzung für die jungen Akteur*innen und deren Filme vermittelt und digitale Gemeinschaft gestaltet werden?

Bericht der Referent*innen:

Im Rahmen des Workshops wurde das Filmprojekt „Coole Suppe – Filmfestival“ als Beispiel für medienpädagogische Arbeit im Kontext von Nachhaltigkeit und die Chancen der inhaltlichen Auseinandersetzung und Artikulation von Kindern und deren Belange vorgestellt. Wir präsentierten den Teilnehmenden das Onlinekonzept des „Coole Suppe Festivals 2020“ als Streamingevent aus dem Kino, diskutierten darüber und tauschten uns über bestehende Erfahrungen mit kreativen und partizipativen Methoden bei Onlineformaten aus.

Umwelt- und Klimaschutz sind zentrale Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen (Shell Jugendstudie), deshalb knüpfen wir an deren Lebenswelten an und geben über medienpädagogische Projekte Impulse, sich damit auseinanderzusetzen und die eigenen Gedanken zu äußern. Aus unserer Sicht, sollten Medien- und Umweltpädagogik stärker miteinander verknüpft werden und auch die professionsübergreifende Kooperation zwischen Akteur*innen der Nachhaltigkeit und Medienpädagog*innen erleben wir als anregend und befruchtend. Partizipative Online-Formate sollen weiterentwickelt werden, damit kulturelle und soziale Bildungsteilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie und darüber hinaus gewährleistet wird.

Das Festival wurde im November erfolgreich realisiert.
1. Online-Mitkochaktion der Coole Suppe vor dem Festival: www.youtube.com/watch?v=63aegnle5sY&feature=youtu.be

2. Livestream aus dem Kino:
22 eingereichte Filme zu nachhaltiger Esskultur und erneuerbaren Energien eine Bühne zu geben, war für die jungen Filmemacher:innen sehr bestärkend und bedeutsam mit ihren Anliegen wahrgenommen zu werden (Livestream und Zusammenschnitt ca. 600 Views): www.youtube.com/watch?v=wGq9bi02sGQ&feature=youtu.be

Durchführende:

  • Irene Schumacher, Kommunikation & Medien e.V., Freiburg
  • Sarah Moll, Kommunikation & Medien e.V., Freiburg

Eine Kurz-Vita zu allen Beteiligten finden Sie auf der Personen-Seite.

ganz-
tägig

Während des gesamten Forums stehen zwei Räume bereit zum Austausch, Netzwerken und zur informellen Kommunikation. Die Räume sind ohne Anmeldung für alle offen und bleiben weitestgehend unmoderiert:

  • GMK-Plauderraum auf Zoom
  • GMK-Plauderraum auf Wonder.Me

Bitte beachten Sie: Die Wonder.Me-Plattform ist noch im Beta-Betrieb und eine stabile Verbindung kann nicht dauerhaft garantiert werden. Dennoch sollten Sie die Möglichkeiten ausprobieren, da sie viele Vorteile gegenüber den klassischen Zoom-Räumen bietet.

ab 20:30 Uhr

DJ-Set im Live-Stream auf mixcloud.com mit DJ Michelle

Zum geselligen Beisammensein und informellen Austausch nutzen Sie bitte parallel zum DJ-Stream den Zoom-Plauderraum oder die Wonder.Me-Plattform.

Musikwünsche können im Chat im Zoom-Plauderraum abgegeben werden.

Samstag, 21.11.2020

Vormittags: Live-Streaming mit Zoom-Bereich für Diskussionen

Für das komplette Vormittagsprogramm ist keine Anmeldung erforderlich. Die Vorträge und Talks werden gestreamt, die jeweils anschließende Diskussion findet in einem Zoom-Meeting statt. Die Links werden während der Veranstaltung hier veröffentlicht.

Live-Stream: https://gmk-net.de/gmk20

ganz-
tägig

Während des gesamten Forums stehen zwei Räume bereit zum Austausch, Netzwerken und zur informellen Kommunikation. Die Räume sind ohne Anmeldung für alle offen und bleiben weitestgehend unmoderiert:

  • GMK-Plauderraum auf Zoom
  • GMK-Plauderraum auf Wonder.Me

Bitte beachten Sie: Die Wonder.Me-Plattform ist noch im Beta-Betrieb und eine stabile Verbindung kann nicht dauerhaft garantiert werden. Dennoch sollten Sie die Möglichkeiten ausprobieren, da sie viele Vorteile gegenüber den klassischen Zoom-Räumen bietet.

9:45 Uhr

Begrüßung im Live-Stream

10:00 Uhr

Impuls 3 im Live-Stream:
Klimakrise, Coronavirus, Migrationsdebatte

  • Ingrid Brodnig, Journalistin und Autorin, Wien

Nach dem Impuls findet eine Diskussion auf Zoom statt.

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Impuls 3 mit Ingrid Brodrig

Wie rund um große Streitfragen unserer Zeit Falschmeldungen kursieren und sachliche Diskussionen äußerst schwierig sind. Über die Mechanismen, die den Austausch erschweren, gerade auch im Internet, und Möglichkeiten, trotzdem auf Fakten zu pochen.

11:00 Uhr

Talk 2 im Live-Stream:
Mehr als nice: Digitale politische Jugendbeteiligung jenseits von Teenwashing

  • Sheherazade Becker, TINCON e.V., Berlin
  • Katharina Bluhm, Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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Talk 2 mit Sheherazade Becker & Katharina Bluhm

Sheherazade Becker: TINCON e.V., Berlin; hat Geschichte und Germanistik studiert, mit dem Master of Arts abgeschlossen und dann auch gleich ein Volontariat im Literarischen Zentrum Göttingen für Literaturmanagement gemacht. Jetzt koordiniert Sheherazade die Projekte und das Team der Jugendkonferenz TINCON als Projektleitung. Sie umgibt sich also mit Digital- und Popkultur, unterstützt junge Menschen Ihre Themen in die Öffentlichkeit zu tragen und spricht vor Erwachsenen, um denen diese Themen näherzubringen.

Katharina Bluhm: Erziehungswissenschaftlerin und Moderation für Kinder- und Jugendbeteiligung. Sie leitet das Projekt Digitale Jugendbeteiligung beim Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Durch Weiterbildungen, Beratungen und vielfältige Online-Angebote unterstützt sie Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie Verwaltung und Politik Jugendbeteiligung zeitgemäßer zu gestalten. Als Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Medien Mecklenburg-Vorpommern e.V. setzt sie sich für mehr Aus- und Fortbildung in der Medienbildung sowie eine bessere Finanzierung von medienpädagogisch arbeitenden Institutionen und Personen ein.

12:00 Uhr

Impuls 4 im Live-Stream:
Medienbildung 2020: kritisch, unkritisch, post-kritisch? Perspektiven der Forschung zur Digitalisierung in der Kulturellen Bildung

  • Prof. Dr. Benjamin Jörissen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Nach dem Impuls findet eine Diskussion auf Zoom statt.

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Impuls 4 mit Prof. Dr. Benjamin Jörissen

Die „Generation Greta“, so Klaus Hurrelmann, sei „politischer als ihre direkten Vorgänger“. Zugleich lebt ihre ästhetisierte Politik von einem Plattform-Kapitalismus, der für Singularisierung und Demokratieverfall wesentlich mitverantwortlich ist. Über die Oberflächen der (Netz-) Kommunikation hinausgehend, bringt Digitalität Wahrnehmungsweisen und -praktiken hervor, die die pädagogische Frage nach den Bedingungen dessen, was uns als postdigitale Subjekte konfiguriert, aufs Neue herausfordert.

13:00 Uhr

Ausblick auf Workshops und Angebote im Live-Stream

13:15 Uhr

Mittagspause mit Swing von DJ Mr. Gin im Live-Stream

Zum geselligen Beisammensein und informellen Austausch nutzen Sie bitte parallel zum DJ-Stream den Zoom-Plauderraum oder die Wonder.Me-Plattform.

Workshops Samstag, 21.11.2020

Für die Workshops ist eine Anmeldung erforderlich! Wählen Sie pro Zeitfenster max. EINEN Workshop aus und klicken danach auf »Anmeldung«, um Ihre Anmeldung abzuschließen.

Die Links zu den Workshopräumen wurden automatisch mit der Anmeldebestätigung versendet.

14:30 – 15:30 Uhr

Workshop 13: Political Influencer – Politische Teilhabe mittels Social Media

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Workshop 13: Political Influencer – Politische Teilhabe mittels Social Media

Social Media-Kanäle werden seit Jahren für politische Teilhabe von jungen Menschen kreativ und effektiv genutzt. Außenstehende Personen bekommen nur punktuell mit, wie politische Statements und Kampagnen in Online-Communitys entwickelt und umgesetzt werden.

Durch einen differenzierten Blick in diesem Workshop wurde der Fokus der Wahrnehmung geschärft. Uns erwartete ein galantes Rededuell zweier Akteure aus der Wissenschaft und der Social Media-Branche. Im ersten Beitrag gab es einen wissenschaftlichen (und zugleich auch spielerischen) Blick auf Akteur*innen auf unterschiedlichen Plattformen. Im zweiten Teil wurde die Perspektive eines Kampagnen-Creators und Szene-Kenners dargestellt, der tiefe Einblicke ins Entwickeln, Machen und Verhandeln mit Geldgebern hat.

Angereichert wurde der Workshop mit einem kurzen fachlichen Warmup der Moderator*innen sowie einer aktivierenden Praxismethode für die Teilnehmenden.

Ein galantes Rededuell mit:

  • Julian Banse, Influencer Social Media
  • Prof. Dr. Judith Ackermann, Fachhochschule Potsdam
  • Moderation GMK-Fachgruppe Netzpolitik:
    Markus Gerstmann, Servicebureau Jugendinformation Bremen
    Björn Friedrich, SIN Studio im Netz München
    Christopher Bechtold, medien+bildung.com,Mainz

Eine Kurz-Vita zu allen Beteiligten finden Sie auf der Personen-Seite.

Workshop 14: Together we are stronger – International perspectives on the power of social movements and media education

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Workshop 14: Together we are stronger – International perspectives on the power of social movements and media education

Deutsche Fassung weiter unten!

Summary:

Social movements have always relied heavily on the mainstream media for the dissemination of information, which, especially abroad, was often unavailable or controlled by governments. Now social media platforms enable movements to use the mainstream media to publish and circulate their agenda. The examples of Minbar Chat, a women’s rights movement in Sudan (presented by Maha Bashri) and an environmental movement in Pakistan (questions to Ingrid Volkmer) showed how digital media can strengthen the cohesion of those affected and reinforce political and social movements. Both researchers also presented their theoretical frame of reference and discussed questions such as “How can media educators help to ensure that children and young people are not interested in groups that undermine democracy?”

Feminine Online Social Networks and the Diffusion of Information: The Case of Minbar Chat and the Sudanese Revolution (Dr. Maha Bashri)

The following research examined Minbar Chat’s effect/s on mobilization, validation and scope enlargement of a popular citizen uprising in the Sudan. The study analyzed the role played by online and offline social networks in relation to engagement in civic activities and enhancement of citizen communication networks especially among Sudanese females.

Social media platforms have enabled rapid communications by citizen movements and delivery of the local information to a large audience (Sandoval-Almazan & Gil-Garcia, 2014 p. 367). They amplify message delivery and resonance in existing online and offline social networks. This has been particularly helpful for social movements and collective action by individuals.

The December 2019 Revolution in Sudan, that successfully ousted Omar al-Bashir’s thirty-year regime, was strongly propelled by online activists, especially women’s groups on social media platforms. Minbar Chat (The Chat Forum), a leading women’s group on Facebook, used this alternative space to document police brutality on demonstrators and to identify undercover intelligence officers.

Scholars have long argued that media is of critical importance to social movements (see Wright, 2001; Butsch, 2007; Lim, 2012). The new media ecology and its participatory nature further enhance the role of media in collective action. Gamson and Wolfsfeld (1993) described three major purposes of media in social movements: mobilization, validation and scope enlargement.

Mobilization is the mainstreaming of information to reach non-members of a movement or cause. Traditionally mainstream media served as the main conduit for information. Now social media platforms provide that reach and act as amplifiers of the message, bypassing traditional channels. Internet-based social networks have allowed different groups to communicate, share tactical information and to collaborate on overlapping issues.

Validation is when the general public views movements and activists as legitimate players in the public sphere. Previously, this validation was granted through news frames deployed by mainstream media regarding a given group or set of activists. Activists and social movements no longer need the media’s blessing to be seen as legitimate. They can and have achieved this internally within their own online networks and in turn force mainstream media to frame them as legitimate (Carney, 2016). Minbar Chat became a credible source of information for activists and demonstrators. While the group maintained a female only membership, its messages were shared freely across other Facebook groups and Twitter.

Scope enlargement is the broadening of an issue base and/or a social movement’s number of supporters. Historically, social movements relied heavily on mainstream media to disseminate information to existing and potential supporters. Now social media platforms enable movements to bypass traditional media when disseminating information. Minbar Chat’s Facebook posts went viral among Sudanese netizens widening the base of supporters for the Revolution.

Speakers’ report:

Social media facilitates movements by contributing to the dissemination of uncensored information. Both the speakers and the audience discussed the advantages and disadvantages of these new ways of communication. Maha Bashri underlined the simplicity of access, the possibility to express needs and complaints and to feel like a group. Ingrid Volkmer stressed the positive impact of transnational movements due to the different perspectives. But both speakers criticised the dependence on American platforms and their lack of protection of privacy, which can result in shutdowns by national governments and arrests. Media educators argued that groups often remain in their bubble and use social media for non-democratic influence. The result was that social media are not a panacea for movements towards more peace and freedom.

Beschreibung:

Soziale Bewegungen waren bei der Verbreitung von Informationen immer stark auf Mainstream-Medien angewiesen, die gerade im Ausland oft nicht verfügbar oder von Regierungen kontrolliert wurden. Jetzt ermöglichen soziale Medienplattformen den Bewegungen, vor allem unzensierte Inhalte zu verbreiten. Am Beispiel von Minbar Chat, einer Frauenrechtsbewegung im Sudan (vorgestellt von Maha Bashri) und einer Umweltbewegung in Pakistan (Fragen an Ingrid Volkmer), zeigte sich, wie digitale Medien den Zusammenhalt der Betroffenen stärken und politische und soziale Bewegungen untermauern können. Dazu stellten beide Forscherinnen auch ihren theoretischen Bezugsrahmen dar.

Bericht der Referent*innen:

Sowohl die Rednerinnen als auch das Publikum diskutierten über die Vor- und Nachteile dieser neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Maha Bashri nannte u.a. den einfachen Zugang, die Möglichkeit, Bedürfnisse und Klagen äußern zu können und sich als Gruppe zu fühlen. Ingrid Volkmer betonte die positive Wirkung von transnationalen Bewegungen aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven. Aber beide Referentinnen kritisierten auch die Abhängigkeit von amerikanischen Plattformen und deren Mangel an Schutz der Privatsphäre, was in einer Abschaltung durch nationale Regierungen und Verhaftungen enden kann. Medienpädagog*innen wandten ein, dass Gruppen oft in ihrer Blase bleiben und soziale Medien auch für nichtdemokratischen Einfluss nutzen. Das Ergebnis war, dass soziale Medien kein Allheilmittel für Bewegungen zu mehr Frieden und Freiheit sind.

Der Workshop wurde gefördert durch die EU-Initiative Klicksafe und findet in Kooperation mit der International Association for Media Education (IAME) statt.

Durchführende:

  • Dr. Maha Bashri, University of South Carolina in the US. /United Arab Emirates University, Abu Dhabi
  • Prof. Dr. Ingrid Volkmer, University of Melbourne, Australia
  • Moderation:
    Dr. Ida Pöttinger, GMK Fachgruppe Global Media Education
    Dr. Daniela Cornelia Stix, Universität zu Köln

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Workshop 15: Partizipation im Jugendmedienschutz – (Wie) können Kinder und Jugendliche an Jugendschutzentscheidungen beteiligt werden?

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Workshop 15: Partizipation im Jugendmedienschutz – (Wie) können Kinder und Jugendliche an Jugendschutzentscheidungen beteiligt werden?

Beschreibung:

Kinder und Jugendliche bewegen sich ganz selbstverständlich in digitalen Medienwelten und gestalten diese mit. Sie entwickeln Medienkompetenzen, bilden Vorlieben und Abneigungen heraus, äußern ihre Meinung über Inhalte und machen sich Gedanken darüber, wie diese einzuordnen sind. Bei Diskussionen um Jugendschutzmaßnahmen bleiben Kinder und Jugendliche allerdings außen vor. Das scheint zunächst alternativlos: Schließlich ist bei der Prüfung eines Spiels oder einer Serie das Gefahrenpotenzial nicht vorhersehbar, und es wäre fahrlässig, Kinder unmittelbar in den Entscheidungsprozess einzubeziehen und sie etwa mit brutaler Gewalt oder sexistischen Rollenklischees zu konfrontieren.

Auf der anderen Seite haben Kinder nachdenkliche und kreative Vorstellungen davon, wie ihre eigenen, gerade auch digitalen Lebenswelten gestaltet sein sollen. Würde der Grundsatz „So viel Teilhabe wie möglich und so viel Schutz wie nötig“ von Kindern anders ausgelegt als von Erwachsenen? Der Workshop beschäftigte sich auch mit der Frage, ob und wie Schutz und Teilhabe im Jugendmedienschutz miteinander vereinbar sind oder sich gegenseitig ausschließen.

Bericht der Referent*innen:

In der zunehmend digitalisierten Welt sind Kinder und Jugendliche nicht mehr nur passive Rezipient*innen, sondern nehmen selbst aktiv am medialen Geschehen teil. Soziale Netzwerke ermöglichen eine Partizipation am gesellschaftlichen Diskurs. Heranwachsende bekommen eine Stimme und können sich in aktuelle Diskussionen einbringen, was beispielsweise im Umweltschutz bereits passiert. Wie sieht es im Bereich Jugendmedienschutz aus? Wäre es nicht angezeigt, die Perspektive von Heranwachsenden einzubeziehen, wenn es darum geht, zwischen Teilhabe an medialer Kommunikation und Schutz vor potenziellen Risiken abzuwägen?

Im Workshop 15 des diesjährigen GMK-Forums wurde diese Fragestellung aufgegriffen und im Hinblick auf mögliche Partizipationsansätze im Jugendmedienschutz diskutiert. Als Referentinnen sprachen hierbei Elena Frense, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Digitale Chancen und Claudia Mikat, Geschäftsführerin der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) e.V.

Im Austausch mit den Workshopteilnehmer*innen wurden verschiedene Projekte besprochen, die die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an Jugendmedienschutzthemen in den Vordergrund stellen. Hierzu gehörte unter anderem das Projekt Spinxx (www.spinxx.de/home.html), in dem Jugendliche Film-, Literatur- und Spielekritiken schreiben können. Geschult und gefördert wird hierbei die Medienkritik- und Reflexion von Jüngeren.

Auch wurden Forschungs- und Studienprojekte vorgestellt, die die Perspektive von Heranwachsenden auf mediale Risiken und ihre eigene Mediennutzung untersuchen. Beispielhaft wurde hier auf das medienpädagogische Forschungs- und Praxisprojekt ACT On! des JFF – Institut für Medienpädagogik (www.jff.de/kompetenzbereiche/umgang-mit-social-media/details/act-on-aktiv-selbstbestimmt-online/ ) verwiesen. Das Projekt untersucht das aktuelle Online-Handeln von 10- bis 14-Jährigen. Hierbei werden die Heranwachsenden zu ihrer Wahrnehmung und Einschätzung von Plattformen wie TikTok oder YouTube befragt.

Ein weiter wichtiger Partizipationsansatz, das betonte auch Workshopreferentin Elena Frense, ist zudem das Format der Peer-Education, da – so angenommen – Erwachsene die mediale Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen nur eingeschränkt nachempfinden können. Die Peer-Education sieht vor, dass Kinder und Jugendliche mit und voneinander lernen und selbst als Expertinnen ihrer eigenen (digitalen) Lebenswelt agieren. Im Bereich der Medienbildung wurde hierfür beispielsweise das Projekt der Medienscouts NRW (www.medienscouts-nrw.de/) ins Leben gerufen. Hierbei übernehmen zu Medienscouts oder -mentoren ausgebildete Jugendliche die Information und Bildung ihrer Mitschüler*innen und Freunde in medienbezogenen Themengebieten.

Die benannten Partizipationsansätze wurden auch im Hinblick auf ihre Chancen und Herausforderungen diskutiert. Dabei war die entscheidende Grundfrage, wie und mit welchen Mitteln die unterschiedlichen Milieus auf der bekannten Stufenleiter der Partizipation (Hart/Gernert) auch höhere Stufen erreicht werden können. Auch hier wurde sich wieder mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, Peer-to-Peer Ansätze zu fördern.

Abschließend konnte festgehalten werden, dass es vielseitige Möglichkeiten gibt, Kinder und Jugendliche in jugendmedienschutzrelevante Entscheidungsprozesse einzubinden. Heranwachsende wachsen heutzutage fast schon selbstverständlich mit digitalen Medien auf und sie möchten prinzipiell an Entscheidungen, die sie und ihre Lebenswelt betreffen, teilhaben. Für die Medienpädagogik empfehlen sich somit vor allem auch mediale Aushandlungsprozesse auf Augenhöhe und Ansätze der aktiven Medienarbeit, bei der Kinder und Jugendliche als Expert*innen ihrer eigenen digitalen Lebenswelt ernst genommen werden.

Dennoch bleibt auch zu sagen, dass Heranwachsende im Hinblick auf ihre eigene Mediennutzung ein ausgeprägtes Schutzbedürfnis haben. Ein wesentliches Leitkriterium für Partizipationsansätze im Jugendmedienschutz ist somit immer auch eine ausgewogene und altersentsprechende Balance zwischen Teilhabe und Schutz.

Durchführende:

  • Elena Frense, Stiftung Digitale Chancen
  • Claudia Mikat, Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen
  • Moderation: Lena Wandner, Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen

Angebot der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen

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Workshop 16: Medienpädagogik revisited – Die Rolle der Medienpädagogik in der Öffentlichkeit

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Workshop 16: Medienpädagogik revisited – Die Rolle der Medienpädagogik in der Öffentlichkeit

Beschreibung:

In den letzten zehn Jahren hat sich mit dem digitalen Wandel auch die Medienpädagogik verändert. Eine Vielfalt an Themen und Methoden ist ebenso wie „neue“ Akteur*innen dazu gekommen. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist in der heutigen digitalisierten Welt eine der größten Herausforderungen – und gleichzeitig dringend notwendig, um urteils- und handlungsfähig zu sein.

Als ein Thema, das die gesamte Gesellschaft betrifft, wird Medienpädagogik auch in der öffentlichen Debatte verhandelt. Doch wie wird „die“ Medienpädagogik im öffentlichen Diskurs gesehen? Welche Rolle spielt das gesellschaftliche Bild über Medienpädagogik und Medienpädagog*innen, die als „Player“ bei der politischen (Meinungs-)Bildung mitwirken. Und welchen Einfluss nimmt dieses Bild womöglich, wenn es um die (gesellschaftliche) Aufgabe der Medienkompetenzvermittlung geht?

Vorgestellt wurden die Ergebnisse einer quantitativen Inhaltsanalyse der Berichterstattung über Medienpädagogik in den Jahren 2009 und 2019. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass 2019 deutlich umfassender und auch thematischer über Medienpädagogik berichtet wird, gleichzeitig die Akteur*innen vielfältiger werden und auch Themen wie die Macht der Algorithmen und die Auseinandersetzung mit Fake News deutlich an Raum gewonnen haben. Gleichzeitig wird die Verantwortung der Medienkompetenzvermittlung immer mehr in die Bereiche Schule und Elternhaus „geschoben“ und außerschulische Medienbildung spielt in der Berichterstattung kaum eine Rolle. Auch die bildungspolitischen Forderungen, wie beispielsweise die des Medienpädagogischen Manifests und seines Addendums, finden kaum Gehör in der Presse. Dies sollte ein Weckruf für alle Medienpädagog*innen sein, ihre Expertise und Forderungen mehr in die Öffentlichkeit zu tragen.

Bericht der Referent*in:

Es erfolgte eine Diskussion der Ergebnisse der vorgestellten Studie: Medienpädagogik in der Berichterstattung 2009 und 2019: Welche Rolle spielt die Medienpädagogik/Medienpädagog*innen in der Öffentlichkeit, welche Bedeutung/Kompetenz wird ihnen zugeschrieben, wenn es um die Vermittlung von Medienkompetenz geht? Dies stellte sich jedoch als Problem heraus, da das Gespräch häufig in die Bereiche Journalismus, Psychologie und Technik verlief und sich insbesondere KBoM zu stark an der Informatik orientierte und den IT-Aspekt hervorhob. Insgesamt redet man oft über Katastrophen, anstatt Medienkompetenz, Konzepte, Methoden und Pädagogik zu thematisieren.

Des Weiteren kann die Medienpädagogik von Agenturen lernen, wie gute Lobbyarbeit funktioniert. Aber auch der Status der Medienpäadgog*innen muss deutlich gemacht und an der Akzeptanz des Berufstands gearbeitet werden. Es benötigt Alleinstellungsmerkmale der Medienpädagog*innen in Abgrenzung zu anderen, die auch „was mit Medien“ machen. Ebenfalls sollte das Wording überdacht werden und statt digitaler Bildung z.B. Bildung in der digitalen Welt/digitalisierten Gesellschaft gesagt werden. Zudem ist der Digitalpakt Schule auf Technik statt auf Menschen/Konzepte ausgerichtet, weshalb die Medienpädagogik mehr miteinbezogen werden sollte: „Wir müssen in die Strukturen, in die Bildungspläne.“

Durchführende:

  • Cornelia Walter, Kreisjugendring München-Stadt

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Workshop 17: Radio Gaga – Ansätze für Audioprojekte mit Kita-Kindern

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Workshop 17: Radio Gaga – Ansätze für Audioprojekte mit Kita-Kindern

Beschreibung:

Mit dem diesjährigen Forum unter dem Motto „Medienkultur und Öffentlichkeit – Meinungs- und Medienbildung zwischen Engagement, Einfluss, Protest“ steht ein Thema im Mittelpunkt, dass insbesondere für den Kita-Bereich kaum mitgedacht wird. Willensbekundungen, Teilhabe an gesellschaftspolitischen und -relevanten Themen sowie offene Meinungsbekundungen sind eher in höheren Alterskohorten verortet. Und doch haben auch die Jüngsten unserer Gesellschaft bereits Sendungsbewusstsein, ein Recht auf Meinungsäußerung und mit ihren Themen Gehör zu finden. Angebote unter dem Aspekt „Philosophieren mit Kindern“ geben beispielsweise Einblicke in deren Weltsicht und schaffen auch für die Kinder selbst wichtige Erkenntnisse. Somit befasste sich der diesjährige Impuls mit Möglichkeiten der öffentlichen Meinungsbekundung und stellte sowohl Audioprojekte als auch „klassische medienpädagogische Projekte“ im Bereich Kinderradio vor.

Bericht der Referent*innen:

Der Workshop der Fachgruppe Kita widmete sich Audioprojekten in der Elementarbildung. Nach kurzer inhaltlich-theoretischer Rahmung durch Jörg Kratzsch (Servicestelle Kinder- und Jugendschutz/FG Kita), stellte Markus Horn (medien+bildung.com) Erkenntnisse und Inhalte des Webradioportals edura.fm vor. Anschließend war noch hinreichend Zeit mit den Teilnehmenden zu diskutieren und einen angeregten Austausch zu praktischen Tools und Methoden zu führen, was von Michaela Weiß (Medienleuchtturm/FG Kita) moderiert wurde.

Des Weiteren wurde in der Runde auch das Thema Mehrsprachigkeit thematisiert sowie Erkenntnisse zur Arbeit mit auditiven Medien aus dem nicht-deutschsprachigen Raum angesprochen. Hierzu ist wenig bekannt und ein Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand scheint gewinnbringend. Einen Verweis gab es zum Beispiel zum mehrsprachigen Vorleseprojekt Mulingula (www.mulingula.de/). Zudem bot der Workshop spannende Einblicke in die Radio- und Hörspielarbeit und lieferte interessante Verweise zu aktuellen Veranstaltungen, methodischem Vorgehen und Themenheften/Broschüren.

In diesem Padlet wurden Anregungen und Informationsseiten zum Themenkomplex gesammelt: https://padlet.com/Medien_Leuchtturm/Radio_Kita

Und ein weiteres themenbezogenes Padlet bietet auch der Blickwechsel e.V.: https://padlet.com/Blickwechsel_Medienbildung_satt/Radio_ist_mehr_als_Musik

Durchführende:

  • Jörg Kratzsch, Servicestelle Kinder- und Jugendschutz; Magdeburg
  • Markus Horn, medien+bildung.com
  • Michaela Weiß, medien-leuchtturm.de

GMK-Fachgruppe Kita

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Workshop 18: Generationen im Dialog? Reflexionen digitalen Medienhandelns

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Workshop 18: Generationen im Dialog? Reflexionen digitalen Medienhandelns

Beschreibung:

Reaktionen auf mediale Ausdrucksformen von Kindern und Jugendlichen, seien es Tik Tok-Videos oder Let’s-Plays, treffen bei Erwachsenen oft entweder auf amüsiertes Interesse oder auf direkte Ablehnung. Umgekehrt macht das Engagement rund um Fridays for Future deutlich, dass junge Menschen in Zukunft anders leben wollen als ihre Eltern oder Großeltern, wobei sie gleichzeitig die Lebenserfahrung der Älteren schätzen. Es gibt also Potenziale für einen Dialog zwischen den Generationen, ebenso wie für Konflikte.

In einem Lehr-Forschungsprojekt des Masters Medienwissenschaft an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF wurde mittels qualitativer Methoden untersucht, wie verschiedene Generationen (Mannheim 1928, Schäffer 2003) ihr eigenes Handeln mit digitalen Medien wahrnehmen und reflektieren. Dabei ging es weniger um konkrete Nutzungsmuster, sondern darum, wie Einzelne über sich in der digitalen Welt nachdenken, diese in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen kontextualisieren und sich damit in Prozessen der Mediatisierung (Krotz 2007) verorten. Man stellte sich die Frage, ob es einen Unterschied macht, welcher Generation man sich zugehörig fühlt und mit welchen Medien man aufgewachsen ist. Dazu wurden Gruppendiskussionen und Leitfadeninterviews mit Vertreter*innen aus vier Generationen geführt, die in den 40er-, 70er-, 90er- sowie 00er-Jahren geboren wurden. Es zeichnete sich ab, dass Ältere weniger das Bedürfnis haben, ihr digitales Medienhandeln einzugrenzen, während Jüngere häufiger gestresst von ihrer digitalen Umgebung sind. Dabei haben alle Generationen verschiedene Strategien, um sich in einer mediatisierten Gesellschaft zurechtzufinden.

Bericht der Referent*innen:

In der intergenerativen Medienarbeit sollte versucht werden, sich auf Augenhöhe zu begegnen und sich eine gemeinsame Basis zu suchen, wie beispielsweise das Thema Flucht in NeoEnkel. Es wurde viel über medienpädagogische Projekte mit Senior*innen gesprochen, wie FragMoritz, Wege aus der Einsamkeit, Seniorenheim-Personalschulung mit aktiver Medienarbeit sowie eine Ausbildung von Medienmentor*innen (50+). Dennoch besteht weiterhin großer Bedarf an medienpädagogischen Angeboten für Senior*innen, da laut einer Teilnehmerin nur knapp ein Drittel Zugang zu diesen Angeboten haben. Auch die Politik sollte Möglichkeiten eröffnen, Zugänge für ältere Menschen zu digitalen Angeboten zu erleichtern, wie z.B. zu Arztbesuchen oder Behördengängen.

Hinzu kommt, dass junge und ältere Menschen ganz unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Nutzung digitaler Medien haben und sich deshalb einander anpassen sollen. Es ist wichtig, die unterschiedlichen sozialisationsbedingten Unterschiede zu verstehen und Rücksicht darauf zu nehmen. Zumal das Thema Rücksicht momentan auch in der Öffentlich sehr relevant ist, vor allem in Bezug auf Corona bei den Jüngeren und in Bezug auf die Klimakrise bei den Älteren.

Durchführende:

  • Julian Erdmann und Lea von den Steinen, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Angebot Junge Wissenschaft

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16:30 – 17:30 Uhr

Workshop 19: Informationskompetenz stärken – wissenschaftlich erforscht und praktisch umgesetzt

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Workshop 19: Informationskompetenz stärken – wissenschaftlich erforscht und praktisch umgesetzt

Beschreibung:

Dieser Workshop thematisierte Meinungsbildungsprozesse sowie Informationsaneignung und -bewertung im Kontext verschiedener Begegnungsmöglichkeiten mit Informationen im Netz. Diskutiert wurden zielgruppengerechte lebensweltorientierte Konzepte und Ansätze zur Förderung von Informationskompetenz. Der Schwerpunkt des Workshops lag auf dem fachlichen Austausch und der konkreten Konzeptentwicklung für die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen und die Teilnehmenden wurden dazu – je nach Teilnehmerzahl – in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Diese dienten jeweils einem fokussierten Austausch über themenspezifische praktische und lebensweltnahe Konzepte zu…

a) … dem Umgang von Heranwachsenden mit Krisenberichterstattung am Beispiel Flucht.

Kinder und Jugendliche erleben sowohl off- wie online, in Berichterstattung, aber auch in Form von User-Generated-Content in Social Media-Angeboten krisenhafte gesellschaftliche Entwicklungen. Am Beispiel der im JFF-Projekt „MeKriF – Flucht als Krise“ entstandenen Materialien (Video-Impulse und Begleitmaterial) wurde erarbeitet und diskutiert, welche Herausforderungen Kinder und Jugendliche bei der medialen Behandlung von gesellschaftlichen Krisenphänomenen erleben und wie diese medienpädagogisch mit verschiedenen Zielgruppen bearbeitet werden können. Dabei wurde auch besprochen, inwiefern es dazu eine Auseinandersetzung mit eigenen Vorannahmen, Wertvorstellungen und medienethischen Herausforderungen braucht.

 b) … einem lebensweltnahen Umgang mit dem Thema Fake News in Workshops mit Jugendlichen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Filmuniversität Babelsberg im Frühjahr 2020 wurden Expert*innen befragt, die mit Jugendlichen zum Thema Fake News arbeiten. Es ging darum, wie Jugendliche in Kontakt mit Fake News kommen, welche Rolle die Lebenswelt von Jugendlichen in den jeweiligen Angeboten spielt und welche Strategien und Methoden es gibt, das komplexe Thema lebensweltnah für Jugendliche aufzubereiten.

c) … Verschwörungserzählungen und deren Verbreitung im Netz als Herausforderung.

Nichts geschieht durch Zufall. Nichts ist, wie es scheint und alles ist miteinander verbunden. Verschwörungserzählungen sind spannend und ihre häufig mysteriös erscheinenden Erklärungsversuche für aktuelles Weltgeschehen üben einen besonderen Reiz aus. Doch die Grenzen zu diskriminierenden, antisemitischen und rechtsextremen Inhalten sind schnell überschritten und machen sie besonders gefährlich. Sie liefern einfache Erklärungsmuster für komplexe Sachverhalte und bieten damit ein enormes Identifikationspotenzial für Jugendliche.

Bericht der Referent*innen:

Guido Bröckling skizzierte zunächst, was Informationskompetenz seiner Ansicht nach im Kern ausmache: Sowohl eine reflektierte und kritische Wissens- und Informationsaneignung (Aneignungskompetenz) als auch eine kompetente Verarbeitung (Kommunikative Kompetenz), Einordnung von Informationen (Kritik- und Urteilsfähigkeit) sowie die Kompetenz zur (medialen) Kommunikation (Artikulationsfähigkeit). Im Anschluss widmeten sich die drei Referent*innen in zwei Breakouträumen unterschiedlichen Schwerpunkten.

In einer kleineren Diskussionsrunde, die von Julian Erdmann, Guido Bröckling und Maximilian Schober begleitet wurde, wurde zum einen sowohl über die herausragende Bedeutung der Peergroup als auch über den Einfluss medialer Bezugspersonen beim Umgang mit Fake News besprochen. Das Vertrauen, dass medialen Bezugspersonen entgegengebracht wird, spiele dabei keine unwesentliche Rolle und sollte ebenso mit reflektiert werden, wie die Intentionen derjenigen, die Fake News oder Verschwörungstheorien verschicken, auch weil nicht immer schlechte Absichten dahinterstecken. Gleichzeitig dürfe ein universelles Misstrauen in alles und jeden ein gesundes Maß an kritischem und reflexivem Denken nicht ersetzen. Daran anschließend wurde darüber diskutiert, inwiefern lebensweltliche Bezüge in der medienpädagogischen Arbeit zum Thema Fake News unabdingbar seien und warum auch die Bedeutung der Peer-Group bearbeitet werden sollte.

Zum anderen wurde die Relevanz von Emotionen in der Informationsaneignung und -verarbeitung thematisiert und wie Kinder und Jugendliche im Umgang mit emotional herausfordernden Informationen unterstützt werden können. So sollten Informationen nicht unreflektiert weitergeleitet werden, sondern man sollte des Öfteren innehalten, die eigenen Emotionen reflektieren und überlegen, welche Information man wie vermitteln möchte. Hier konnten Anknüpfungspunkte zu den entwickelten Methoden im Projekt „MeKriF“ des JFF identifiziert werden.

Im zweiten Breakout-Raum widmete sich Raphaela Müller der Diskussion zu Herausforderungen im Kontext von Verschwörungserzählungen und deren Verbreitung im Netz. Nach einem kurzen Kennenlernen wurde die gemeinsame Motivation deutlich, zu diesem Thema in Zukunft Projekte, Veranstaltungen und Workshops zu konzipieren. Dabei wurde diskutiert, dass es nicht ausreicht Jugendliche darin zu schulen, durch vorgegebene Prüfwerkzeuge Fake News zu erkennen und diese mit Fakten zu widerlegen. Vielmehr brauche es eine intensive Auseinandersetzung mit den dahinterstehenden Mechanismen, um zu verstehen und darauf einzugehen, warum Menschen diese Inhalte verbreiten und eine Verschwörungserzählung in ihrer Situation für besonders glaubhaft erachten. Darüber hinaus stellten sich viele Fragen, die im Workshop nur angerissen werden konnten: Wie kann man Verschwörungserzählungen mit Jugendlichen thematisieren, ohne deren Aufmerksamkeit explizit auf diese Geschichten zu lenken? Wie kann die Begeisterungsfähigkeit für Mysteriöses und Absurdes genutzt werden, um wichtige Aspekte und Risiken von Verschwörungserzählungen zu besprechen? Mit welchen aktiven Methoden kann man skeptisch-kritisches Hinterfragen bei Jugendlichen fördern?

Nach einem Austausch über die zentralen Merkmale und Mechanismen von Verschwörungserzählungen, wurden Assoziationen zur Lebenswelt von Jugendlichen gesucht. Die Teilnehmenden tauschten sich hierbei über Planspiele und attraktive Formate des Storytellings aus. Zur gemeinsamen Sammlung sowie zum nachhaltigen Austausch über kreative Methoden wurde folgendes Padlet angelegt: https://de.padlet.com/raphaela_mueller/VE

Durchführende:

  • Dr.Guido Bröckling, Raphaela Müller, Julian Erdmann und Maximilian Schober, JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

GMK-Fachgruppe Außerschulische Medienpädagogik

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Workshop 20: Tarifkonzept Kampagne: Eine Stimme für die Medienpädagogik

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Workshop 20: Tarifkonzept Kampagne: Eine Stimme für die Medienpädagogik

Beschreibung:

Durch die Digitalisierung wandelte sich auch die Medienpädagogik: Neue Arbeitsfelder und gesellschaftliche Fragen kamen dazu, neue Konzepte der Lehre und neue Technologien taten sich auf. Gerade die aktuelle Corona-Pandemie, gekoppelt mit der jahrelangen Krise im sozialen Bereich und dem akuten Lehrkräftemangel, macht sichtbar, dass die Medienpädagogik momentan auch als expliziter Teilbereich der Pädagogik gebraucht wird.

Der Bedarf an medienpädagogischer Arbeit ist groß, gleichzeitig fallen fast alle freiberuflichen Medienpädagog*innen, die im kulturellen und pädagogischen Bildungsbereichen tätig sind, durch das Raster der Soforthilfe. Selbst das ALG-II-Programm greift nur bei den denen, die komplett alleine wohnen. Bereits vor der Pandemie hatten viele Schulen und andere Bildungseinrichtungen weder Medienkonzepte noch Personal oder Budget, um sich Medienbildung leisten zu können und viele selbstständigen Medienpädagog*innen konnten gerade so von ihrer Arbeit leben.

Insbesondere durch die Corona-Pandemie wird deutlich wie wichtig es ist, dass selbstständige Medienpädagog*innen einen angesehenen Stellenwert in der Gesellschaft erlangen, gekoppelt an einer tariflichen Bezahlung, vernünftigen Verträgen mit Ausfallhonoraren oder Entschädigungen und dergleichen. Aktuell versiert die Projektgruppe Tarifkonzeptkampagne Gespräche mit Gewerkschaften an. Um diese Gespräche zu untermauern und herauszufinden, welche Gewerkschafft gleichzeitig in der Lage ist, Festangestellte und Freiberufliche Medienpädagog*innen zu vertreten, wurden beim Forum Antworten u.a. auf folgende Fragen gesammelt: „Was bracht ihr, um eure täglichen Arbeitsbedingungen zu verbessern?“ „Welche Hindernisse stehen euch im Weg?“

Bericht der Referent*innen:

Wir haben im Workshop die öffentliche Wahrnehmung und Aufgabe von Medienpädagog*innen in der Covid-Pandemie reflektiert sowie die damit verbundene Bezahlung diskutiert. Passend zum Thema „Medienkultur und Öffentlichkeit“ wollen wir mit der Tarifkonzept-Kampagne mehr Öffentlichkeit für unsere Forderungen schaffen und haben zahlreiche Ideen gesammelt, die nach dem Forum weiter bearbeitet werden. Denn es wurde mehr als deutlich, dass eine gerechte Bezahlung sowohl der Angestellten als auch selbstständigen Medienpädagog*innen gefordert wird. Um das zu erreichen, wollen wir sowohl Kontakt mit Gewerkschaften und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) aufnehmen als auch unsere Arbeit über eine Gruppe im GMK-Mitgliederbereich koordinieren (https://mitglieder.gmk-net.de/project/tarifkonzept-kampagne-medienpaedagogin/).

Durchführende:

  • Stefan Koeck, Medienwerkstatt Identity Films e.V.
  • Heiko Wolf, Der Medienwolf

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Workshop 21: fällt aus!

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Workshop 21: fällt aus!

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Workshop 22: Politische Medienpädagogik

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Workshop 22: Politische Medienpädagogik

In diesem Workshop wurde die Bedeutung von Medienpädagogik in der politischen Bildung und die Bedeutung von politischer Bildung in der Medienpädagogik reflektiert und kritisch diskutiert.
Politische Medienpädagogik (PMP) schafft Beteiligung und Selbstwirksamkeit von (jungen) Menschen, die eine Stimme bekommen durch selbstbestimmt produzierte mediale Artikulationen und deren Publikation. PMP ist nicht selbstreferentiell als Medienkompetenzerwerb, hat keine reduzierte Orientierung auf die Form (z.B. Medium), sondern auf die Nutzung der Form für politische Inhalte. Sie ist Aktions-Erlebnis-, beziehungs- und handlungsorientiert. PMP ist kampagnen- und projektbezogen statt langfristiger politischer Bindung an Institutionen oder Parteien und entspricht so dem Lebensgefühl von vielen jungen Menschen. PMP zielt auf die freie Aktivierung und Sensibilisierung der Teilnehmer*innen ab, es geht nicht um „reden über“ sondern „engagieren für“ politische Ziele wie eine bessere Gesellschaft.

Inhaltliche Felder von PMP sind die aktuellen politischen Themen (nicht nur junger) Menschen, z.B. Umwelt (Fridays for Future), Antirassismus (Black Lives Matter), Xenophobie, Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Gendersensibilität, Homophobie, sexualisierte Gewalt, Inklusion, interkulturelles/interreligiöses Leben, Unterstützung von Flüchtlingen, Demokratiebildung, für Gerechtigkeit, für Freiheit, gegen Diskriminierung jeglicher Art.

Ein Schwerpunkt beim Diskurs des Workshops war die Rolle die*der Medienpädagog*in in der PMP: Was will die*der Medienpädagog*in als Wirkungsziele erreichen, wie politisch aktiviert ist sie*er selbst, wie transparent macht sie*er ihre Ziele für die Teilnehmenden, welche Rolle spielt sie*er als Vorbild und wie überträgt sich ihre*seine Dynamik auf Projektteilnehmer*innen, aber auch auf andere Kolleg*innen, wie parteilich für bestimmte politische Ziele kann und darf sie*er sein?

Die*der scheinbar unpolitische Medienpädagog*in ist langweilig und verschweigt ihre*seine „geheimen“ politischen Ziele. Die*der politische Medienpädagog*in ist Sprachrohr für junge Artikulationen, sie*er ist demokratisch, transparent, selbstreflexiv und selbstlernend und will gemeinsam die Gesellschaft positiv verändern. Sie*er trägt die Verantwortung der Publizist*in und muss sich der Divergenz von freier Kunst und Pädagogik stellen.

Durch die verschiedenen medialen Zugänge der drei Referent*innen wurde PMP in verschiedenen medialen, künstlerischen und inhaltlichen Feldern diskutiert.

Durchführende:

  • Andreas von Hören, Medienprojekt Wuppertal
  • Renate Hillen, GMK-Landesgruppe Hessen
  • Daniel Seitz, medialepfade.org – Verein für Medienbildung e.V.

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Workshop 23: Jugendmedienschutz: Was für die tägliche Praxis wichtig ist

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Workshop 23: Jugendmedienschutz: Was für die tägliche Praxis wichtig ist

Beschreibung:

Digitale Medien sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie schauen Videos, spielen Onlinespiele oder kommunizieren über Messenger-Dienste, wobei Austausch und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch digitale Medien zu ihrem Alltag gehören. Jedoch ist eine unbeschwerte Teilhabe nicht immer möglich, da Kinder und Jugendliche beispielsweise Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming ausgesetzt sind. Der bisherige gesetzliche Jugendmedienschutz bietet keinen ausreichenden Schutz, weshalb das Jugendmedienschutzgesetz zurzeit novelliert und modernisiert wird.

Für Fachkräfte ist es manchmal gar nicht so einfach, den Spagat zwischen Schutz und Teilhabe zu gewährleisten. Zentrale Fragen eines zeitgemäßen Kinder- und Jugendmedienschutzes sind deshalb: Wie können Kinder und Jugendliche an digitalen Angeboten teilhaben und gleichzeitig bestmöglich geschützt werden? Und wie können pädagogische Fachkräfte sich dieser Herausforderung stellen?

Bericht der Referent*innen:

Nach der einführenden Vorstellung zu den verschiedenen Ebenen des Jugendmedienschutzes und einem Einblick in die Vorhaben der Jugendmedienschutz-Novellierung des Bundeskabinetts war ein praktischer Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden zu Interaktionsrisiken, wie Cyber-Mobbing, Kostenfallen usw. geplant. In der Fragerunde nach dem Input wurde schnell deutlich, dass großer Austauschbedarf zur Novellierung des JuSchG besteht, weshalb wir uns kurzerhand entschlossen haben, diesem Bedarf Raum zu geben und den Teil „praktischer Erfahrungsaustausch“ hintenangestellt.

In der Diskussion wurden zahlreiche Fragen und Anmerkungen zu der in der JuSchG-Novellierung geplanten Bundeszentrale für Jugendmedienschutz eingebracht, u.a. zu der Abgrenzung zu den Landeszuständigkeiten und weiteren Aufgaben der Bundeszentrale. Ebenfalls wurde der Umgang mit Dienstanbietern, die sich nicht an dem dialogischen Verfahren beteiligen werden, thematisiert und was eine Behörde im Bereich erzieherischer Jugendmedienschutz leisten kann. Auch die Haltung der GMK zu den neuen Regulierungsansätzen wurde erfragt und  Kenntnisnahme erbeten, wenn die Fachgruppe Jugendmedienschutz wieder aktiviert wird.

Darüber hinaus diskutierten wir die Aufgabe der Medienpädagogik in diesem Zusammenhang u.a. mit folgenden Aspekten:

  • Es bedarf eines proaktiven und präventiven Arbeitens im Hinblick auf Gefahren im Netz, da das Gesetz seinen Nutzen nur in der medienpädagogischen Praxis entfalten kann.
  • Man benötigt einen strukturellen, erzieherischen Jugendmedienschutz, in dem die pädagogische Verantwortung im Fokus steht, sowie eine stärkere Diskussion dazu.
  • Das Gesetz gibt Akteuren einen Rahmen und somit Sicherheit im Handeln, könnte aber auch Unsicherheit bei ihnen auslösen, wenn die Verpflichtung zu Voreinstellungen als eine Unterscheidung zwischen Angeboten unter oder über 18 Jahren verstanden wird.
  • Graubereiche im außerschulischen Bereich zur Nutzung von alterseingeschränkten Plattformen mit Zielgruppen unter der Altersgrenze widersprechen der Nutzungsrealität und erschweren die medienpädagogische Arbeit.

Außerdem befassten wir uns damit, wie man in der Praxis mit Interaktionsrisiken umgeht:

  • Ein Gesetz kann Cyber-Mobbing nicht verhindern und es braucht einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs: „Wie wollen wir miteinander umgehen und wie können wir als Pädagog*innen Heranwachsende begleiten?“
  • Medienpädagogik kann präventiv wirksam sein, was wir mehr in den Fokus rücken sollten.
  • Der Schutz der kindlichen Privatsphäre wird sehr oft von Eltern missachtet und tritt häufiger als Cyber-Mobbing auf. Eltern müssen in der pädagogischen Arbeit also mehr in den Blick genommen werden.
  • Auch medienpädagogische Projekte zu Normierungsdruck von Körperidealen auf Instagram sind gefordert.

Insgesamt war die Diskussion sehr politisch und es wurde der Gedanke geäußert, beim nächsten Forum Kommunikationskultur das gegebenenfalls verabschiedete Gesetz und die Auswirkungen als Thema wieder aufzunehmen.

Durchführende:

  • Caroline Walke
  • Carolin Bergmann

Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“

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Workshop 24: Canvas City – ein Augmented Reality-Spiel zu den Themen KI und Smart City

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Workshop 24: Canvas City – ein Augmented Reality-Spiel zu den Themen KI und Smart City

Kernidee des Projekts:

Canvas City ist ein mobiles, geodatenbasiertes AR-Multiplayerspiel für den Bildungsbereich. Das
Spiel wird als geschlossene Session innerhalb von rund vier Stunden mit 30 gleichzeitigen
Spieler*innen auf demselben Spielfeld (im öffentlichen Raum) gespielt. Das Spiel ist
eingebunden in eine Veranstaltung der außerschulischen Jugendbildung in Kooperation mit
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Das Spiel richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und
27 Jahren, insbesondere auch an bildungs- und politikferne Menschen.
Das Spiel macht Digitalisierung mit seinen Aspekten algorithmische Entscheidungsfindung,
Smart City und ePartizipation greifbar. Es macht Dilemmata von Technologieeinsatz erfahr- und
verstehbar. In den anschließenden Workshops können die Spieler*innen ihr Wissen über
gesellschaftliche Veränderungsprozesse durch Digitalisierung vertiefen und reale
Handlungsoptionen ausloten.

Story:

Das Spiel ist verortet in einem fiktiven Deutschland der nahen Zukunft, in dem Smart Cities und
Künstliche Intelligenzen Normalität geworden sind. Cortex, einer der ressourcen- und
befugnissreichsten Künstlichen Intelligenzen, dominiert weite Bereiche des öffentlichen Lebens
und ist dabei, sich zu verselbstständigen. Die Teilnehmenden sind menschliche Einwohner*innen
von Canvas City, einer der fortschrittlichsten Städte der Republik. Cortex bringt Fortschritt und
Erleichterung, aber auch Überwachung und Fremdbestimmung. Sie müssen entscheiden, wie viel
Einfluss Cortex auf die Welt von Canvas City nehmen darf.
Canvas City wird grundsätzlich in AR gespielt. Die Spieler*innen manipulieren und gestalten
einen fiktiven Datenraum, der die reale Welt gleich einer vierten Dimension überlagert. Alle
Artefakte und Nicht-Spieler*innen-Charaktere sind ausschließlich in der AR-Ansicht verfügbar;
alle Interaktionen und Handlungen werden in AR durchgeführt. Das heißt, die Spieler*innen
bewegen sich über das Spielfeld und erkunden Canvas City mithilfe ihres mobilen Endgeräts und
der AR-Ansicht. Zentrales Ziel im Spiel ist die Aneignung der parallelen AR-Welt.

Pädagogisches Selbstverständnis:

Canvas City ist ein Kooperationsprojekt von basa e.V. und mediale pfade.org – Verein für
Medienbildung e.V., anerkannte Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland mit
langjähriger Erfahrung in der Bildungsarbeit im Bereich Demokratie und Medien. Wir verstehen
die aktuellen technischen und medialen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung in erster Linie
als gesellschaftliche Fragen. Egal ob Internet of Things, Big Data, KI oder Augmented Reality –
wir wollen junge Menschen darin unterstützen, diese Fragen selbstständig kreativ und produktiv zu
beantworten. Unser Bildungsziel ist es, mit ihnen Möglichkeiten zu erschließen, um einen
emanzipatorischen Umgang mit digitalen Technologien zu finden. Wir möchten sie mit unseren
Angeboten motivieren, sich für eine offene Gesellschaft auch im Netz einzusetzen, denn wir sind
der Überzeugung, dass das Technische politisch ist.

Durchführende:

  • Robert Alisch, mediale pfade Berlin
  • Christian Kirschner, basa.e.V., Neu Anspach

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ab 17:30 Uhr

Nach den Workshops blicken wir mit einem Fazit zurück und freuen uns auf einen gemeinsamen Ausklang mit Ihnen im GMK-Plauderraum auf Zoom.

ganz-
tägig

Während des gesamten Forums stehen zwei Räume bereit zum Austausch, Netzwerken und zur informellen Kommunikation. Die Räume sind ohne Anmeldung für alle offen und bleiben weitestgehend unmoderiert:

  • GMK-Plauderraum auf Zoom
  • GMK-Plauderraum auf Wonder.Me

Bitte beachten Sie: Die Wonder.Me-Plattform ist noch im Beta-Betrieb und eine stabile Verbindung kann nicht dauerhaft garantiert werden. Dennoch sollten Sie die Möglichkeiten ausprobieren, da sie viele Vorteile gegenüber den klassischen Zoom-Räumen bietet.

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