Medienpädagogischer Küchentalk #9

MKT9

Medienpädagogischer Küchentalk #9

19.06.2020 webcal
17:30 - 20:00
Museum für Kommunikation - Leipziger Straße 16, Berlin

Zwischen Fake News, Verschwörung und Primat der Wissenschaft – Meinungsbildung digital in Coronazeiten

Nicht nur wie wir arbeiten und leben scheint sich dank Corona komplett verändert zu haben, sondern auch unsere Art und Weise, wie wir uns informieren. Rekordzahlen bei den Einschaltquoten der Tagesschau, alltägliche Sondersendungen und Podcasts begleiten uns seit dem Ausbruch in Deutschland. Virolog*innen, Epidemolog*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen und Politiker*innen versuchen sich zu erklären, was oftmals noch vage, uneindeutig und kaum vorhersehbar ist. Dabei konkurrieren unterschiedliche Positionen und Meinungen auf dem Weg hin zu den vermeintlich besten Lösungen miteinander.

Doch mit zunehmender Dauer der Corona-Pandemie treffen die damit verbundene Unsicherheit und das Ringen um Sicherheit und Schutz in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft auf den Wunsch nach klaren Regelungen und auf Missglauben an die Handlungsfähigkeit von staatlichen Insitutionen. Zunehmend spielen auch Verschwörungserzählungen eine zentrale Rolle. Bill Gates sei schuld an der Pandemie, die es eigentlich gar nicht gibt, sondern eine Erfindung einer machthungrigen Elite ist, die Kinder in unterirdischen Höhlen hält und die die Weltherrschaft an sich reißen will, oder Mikrochips, die durch Impfung in den menschlichen Körper eingepflanzt werden: so diffus und wiedersprüchlich, wie die Inhalte der Verschwörungserzählungen, sind deren Anhänger*innen. Bürger*innen mit konkreten Ängsten und Befürchtungen gehen dabei für die vermeintliche größere und wichtigere Sache gefährliche Allianzen mit Rechtsextremen und Reichsbürger*innenn ein.

Digitale Räume spielen hierbei durch die schnelle, grenzenlose Verbreitung von Verschwörungserzählungen und Desinformation eine zentrale Rolle. Sie sind einer der wichtigsten Orte zur Information und Meinungsbildung. Welche Mechanismen, Ursachen und Verbreitungswege stecken dahinter? Welche Strategien haben rechtsextreme und rechtspopulistische Gruppen, um aus der Corona-Krise Kapital zu schlagen? Warum glauben Menschen überhaupt an Veschwörungserzählungen? Welche besonderen (medien-) pädagogischen Aufträge ergeben sich aus der aktuellen Situation und welche Maßnahmen zur Sensiblisierung und positiven Gestaltung des digitalen Raums können wirken?

Wann und wo?

19. Juni 2020 | 17:30 – 20:00 Uhr | Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin und live im Netz

Anmeldung direkt bei der FSF (unten auf der Seite)

Programm:

  • 17:30 Uhr: Beginn und Begrüßung
  • 17:45 – 18:00 Uhr: Online-Expressführung: Briefe ohne Unterschrift – DDR Geschichte(n) auf BBC Radio
    „Schreiben Sie uns, wo immer Sie sind, was immer Sie auf dem Herzen haben.“ Mit diesen Worten lud die BBC-Radiosendung „Briefe ohne Unterschrift“, die von 1949 bis 1974 im Rahmen der Nachrichtensendung „Programm für Ostdeutschland“ ausgestrahlt wurde, Hörer*innen zum Briefeschreiben ein. Die anonym verfassten Briefe, die aus der DDR über Deckadressen in West-Berlin zur BBC in London gelangten, boten ungeschönte und direkte Einblicke in den DDR-Alltag. Über die Jahre entwickelte sich „Briefe ohne Unterschrift“ zur politisch hochbrisanten wie auch emotional aufgeladenen Radiosendung – natürlich nicht ohne ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit zu geraten. Das Zuhause der Schreiber*innen, die Zentrale der Staatssicherheit der DDR, das BBC-Studio: Die Ausstellung zeigt die Stationen, die die Briefe durchliefen, und erzählt die Geschichten, die damit verknüpft sind.
  • 18:00 – 19:00 Uhr: Medienpädagogischer Küchentalk #9
    Zwischen Fake News, Verschwörung und Primat der Wissenschaft – Meinungsbildung digital in Coronazeiten
    Diskussionsteilnehmende:
    – Ferda Ataman – Journalistin, Kolumnistin, Vorsitzende Neue Deutsche Medienmacher*innen e.V.
    – Christina Dinar – Center for Internet and Human Rights (CIHR)

Moderiert von Kristin Narr (GMK e.V.) und Björn Schreiber (FSM e.V.)

Der MKT ist jetzt auch als Aktion im Rahmen des Digitaltags veröffentlicht: https://digitaltag.eu/aktion/medienpaedagogischer-kuechentalk-9-fake-news-verschwoerung-primat-wissenschaft


Veranstalter:

Der medienpädagogische Küchentalk ist eine gemeinsame Veranstaltung der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) und der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK). Zusammen wollen wir Medienbildung, Politik und Gesellschaft in lockerer Atmosphäre in die Diskussion bringen und aktuelle Fragen der digitalen Bildung debattieren. Der Medienpädagogische Küchentalk #7 findet in Kooperation mit dem Museum für Kommunikation Berlin statt.

Über das Format:
Die besten Gespräche finden in der Küche statt. In offener kommunikativer Atmosphäre werden hier in geselliger Runde Themen besprochen, die das alltägliche Leben bestimmen. Jeder ist hier gleichberechtigt – egal, welche Position, welches Alter oder welche Haltung.
Genau diese lockere Atmosphäre möchten wir nutzen, um spannende Herausforderungen und aktuelle Fragen von Medienbildung, Politik und digitaler Gesellschaft zu diskutieren. Mit dabei sind interessante Gäste, kontroverse Meinungen, kritische Moderator*innen und die Möglichkeit für das Publikum vor Ort und im Livestream, sich aktiv mit ihren Fragen und Beiträgen zu Wort zu melden. Jede*r hat einen Platz mit ihren/seinen Fragen, kritischen Anmerkungen und Haltungen am Küchentisch.

Hinweis:
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie sich mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung damit einverstanden erklären, auf Fotos, Videomaterial und im Livestream im Rahmen der Berichterstattung über die Veranstaltung durch die FSM und / oder die GMK zu erscheinen.

Download:
Einladung als PDF

Die Playliste “Medienpädagogischer Küchentalk #mkt” finden Sie auf dem YouTube-Kanal der GMK.

Bildergalerie (©FSM e.V. | Thomas Imo – photothek.net):

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