Workshop 10: Fridays for Future als Katalysator für Digitale Bildung?

Workshop 10: Fridays for Future als Katalysator für Digitale Bildung?

20.11.2020 webcal
16:30 - 17:30

Beschreibung:

Beobachtet man die Aktivist*innen der Klimabewegung von Fridays for Future (FFF) so wird deutlich, dass sich diese jungen Menschen vielfältige digitale Tools zunutze machen, um ihre Ziele zu erreichen. Sie kommunizieren, kollaborieren und mobilisieren mithilfe von sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten und Videoplattformen. Dabei scheint dieses Kommunikationsverhalten mühelos, spontan und flexibel, ganz als seien die entsprechenden Kompetenzen schon immer da gewesen und mit der Muttermilch eingeflößt worden. Die digitalen Outputs sind professionell und schnörkellos zweckmäßig. Doch woher kommen diese medialen Kompetenzen? Wie haben Jugendliche und junge Erwachsene gelernt, die mediale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sich über kollaborative Tools zu organisieren und plattformübergreifend zu vernetzen?

Die Vermutung liegt nahe, dass diese Kompetenzen im Doing entstehen. Mit der leichten und unkomplizierten Einstellung, digitale Anwendungen einfach auszuprobieren und durch Trial-and-Error zu lernen, ergreifen sie die Initiative und empowern sich digital selbst. Diese pragmatische Herangehensweise an das eigene digitale Empowerment als Nebenprodukt einer breiten Jugendbeteiligung wurde in dem Workshop in den Blick genommen. Beobachten wir hier, ausgelöst von einer globalen Krise, einen Schub für die Digitale Bildung? Entstehen aus solchen Anlässen neue Chancen für Digitale Bildung als Bottom-up-Bewegung? Unterfüttert wurden diese und weitere Leitfragen sowie Annahmen durch aktuelle Studienergebnisse, eigene Forschungsbefunde und Analysen der Literatur.

Bericht der Referent*in:

In dem Workshop wurde am Beispiel Fridays For Future die Frage diskutiert, inwiefern die heutige Jugend eine neue politische Teilhabe lebt und einfordert, und ob damit ein neuer Umgang mit Medienkompetenzen zu beobachten ist. Die zentralen Beobachtungen waren, dass FFF keine typisch rebellische Bewegung ist, sondern dass aufgrund der sehr jungen Gruppe unter den Partizipierenden eine neue beeindruckende Qualität sichtbar wird. Greta Thunberg wurde hier als eine besondere Medienfigur beschrieben und in diesem Kontext wurde darauf verwiesen, dass gerade die heutige partizipative Medienwelt sie und die Bewegung in besonderer Weise auf die mediale und politische Agenda bringt. Für die weitere Erforschung politischer Bewegungen junger Menschen und ihren Medienkompetenzen wurde vorgeschlagen, auch andere, internationale Aktivist*innen sowie andere politische Themen vergleichend in den Blick zu nehmen (z. B. Anti-Waffenbewegung der Jugend oder #BlackLifesMatter in den USA).

Durchführende:

  • Dr. Anna Soßdorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Eine Kurz-Vita zu allen Beteiligten finden Sie auf der Personen-Seite.

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