Digitale Teilhabe braucht eine dauerhafte Verankerung von Medienbildung

Statement der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) zur Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“

1. Juli 2026

Mit ihren am 24. Juni 2026 veröffentlichten Handlungsempfehlungen legt die Expertenkommission zahlreiche gut begründete Vorschläge für einen wirksamen Umgang mit den Herausforderungen der digitalisierten Welt vor.

In der öffentlichen Debatte gerät jedoch aus dem Blick, dass ein wirksamer Kinder- und Jugendmedienschutz sowie digitale Teilhabe eine strukturell abgesicherte Medienbildung voraussetzen. Dies ist keine Aufgabe einzelner Projekte oder zeitlich befristeter Fördermaßnahmen, sondern eine kontinuierliche Bildungsaufgabe.

Die Mitglieder und Mitarbeitenden der GMK als größtem medienpädagogischen Fachverband sowie viele weitere medienpädagogische Akteur*innen setzen bereits zahlreiche der wissenschaftlich fundierten Empfehlungen um, z. B. in handlungsorientierten Praxisprojekten, in Workshops und Materialien oder in Fachveranstaltungen. Seit mehr als vierzig Jahren verfügt die GMK über eine umfassende Expertise in der Förderung von Medienkompetenz, ihre über 1.100 institutionellen und persönlichen Mitglieder stehen für die lebensweltnahe praktische Umsetzung, Erforschung und Weiterentwicklung. Unsere breit gefächerten Angebote orientieren sich stets an aktuellen Entwicklungen und Bedarfen aus der Praxis. Viele dieser Projekte sind jedoch zeitlich befristet und aktuell in der Fortführung bedroht.

Im Bericht der Kommission heißt es: „Besondere Bedeutung aus Sicht der Expertenkommission hat die Verstetigung. Kurzfristige Projektförderung kann Innovation ermöglichen und dabei helfen, neue Ansätze zu erproben. Sie ersetzt jedoch keine dauerhafte Infrastruktur.“ (S. 12)

Dem schließt sich die GMK an: Medienbildung braucht dauerhafte strukturelle Förderung und Unterstützung! Dies ist essenziell, um viele wichtige Maßnahmen umzusetzen und bereits erfolgreiche Projekte fortzuführen und weiterzuentwickeln. Es bedarf zudem einer konstruktiven Diskussion der 56 Empfehlungen, ihrer konsequenten Umsetzung mit einem Expert*innenrat aus Praxis und Wissenschaft sowie der Bereitstellung der notwendigen Mittel auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Wir erneuern deshalb unsere Forderung nach einer nationalen Bildungsoffensive für Medienkompetenz und Demokratiebildung: Medienbildung soll entlang der gesamten Bildungskette strukturell verankert, mehrjährig finanziert und durch eine bundesweite Koordinierungsstelle gebündelt werden. Dazu gehören die verpflichtende Verankerung von Medienpädagogik in Ausbildung und Studium aller pädagogischen Berufe sowie in den drei Phasen der Lehrkräftebildung, eine niedrigschwellige Elternbildung, die auch benachteiligte Familien erreicht, verbindliche Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche sowie eine ausgebaute Forschungsinfrastruktur.

Die GMK steht dafür zur Verfügung, ihre langjährige, fundierte Expertise in Wissenschaft und Praxis aktiv in diesen Prozess einzubringen.

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Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK) ist der größte bundesweite Fachverband für Medienkompetenz und Medienbildung. Mit dem Ziel, Medienpädagogik als festen Bestandteil der Bildungslandschaft zu etablieren, bringen wir seit 1984 Fachkräfte, Expert*innen, Institutionen sowie alle Interessierten aus Bildung, Kultur, Medien und Politik zusammen – für eine kreative und kritische Medienpädagogik, die politische, soziale, kulturelle, technische und ethische Perspektiven verbindet. Als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bielefeld beraten wir Politik und Bildungssektor, positionieren uns öffentlich zu aktuellen medienpädagogischen Themen und sind Plattform für Austausch, Vernetzung und Kooperationen.

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Stellungnahme als PDF

 

GMK-Stellungnahme zu den Landtagsdrucksachen 18/18065 und 18/18100 des Landtags Nordrhein-Westfalen aus medienpädagogischer Perspektive