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Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und Deutsches Kinderhilfswerk: Medienbildung in Schulen massiv stärken

Deutsches Kinderhilfswerk e.V. / Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) – GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

18. September 2026

Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) fordern eine Offensive für schulische Medienbildung für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Dafür sind aus Sicht der Verbände konsequente Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen in Höhe von jährlich mindestens 800 Millionen Euro unerlässlich. Damit sollten vor allem der Einsatz von Fachkräften der Medienpädagogik in Schulen, die Qualifizierung und Einbindung von Fachkräften der Schulsozialarbeit in die schulische Medienbildung und der Aufbau von multiprofessionellen Teams an Schulen finanziert werden, die gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern passende Medienkonzepte erarbeiten. Anknüpfungspunkte bieten der Digitalpakt 2.0 und das Startchancen-Programm, für eine flächendeckende und dauerhafte Lösung braucht es jedoch eine gesetzliche Grundlage analog zur Schulsozialarbeit.

Den dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich zeigen nicht nur zahlreiche Jugendmedienstudien, auch eine aktuelle GMK-Mitgliederumfrage macht deutlich, dass Medienbildung an Schulen aktuell noch immer ein schlechtes Zeugnis ausgestellt werden muss – fehlt es doch an wichtigen Ressourcen, um diese von politischen Wunschbildern in schulische Realität zu übersetzen. Deswegen wird von den befragten Fachkräften eine bessere gesetzliche Absicherung der Medienbildung an Schulen über das Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie eine Verankerung medienpädagogischer Inhalte in allen Studien- und Ausbildungsgängen der Pädagogik und der Sozialen Arbeit gefordert. Nur so könne es gelingen, den ständig steigenden Herausforderungen gerecht zu werden, wie sie beispielsweise durch die Expertenkommission der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt jüngst formuliert wurden.

„Medienbildung ist an Schulen noch immer nicht ausreichend strukturell verankert, dem Auftrag zur Vermittlung von Medienkompetenz steht ein Mangel an Verbindlichkeit und Ressourcenausstattung entgegen. Damit hängt gute Medienbildung in Schule zu oft vom Engagement einzelner ab. Es braucht dringend zusätzliches, qualifiziertes Personal, das Lehrkräfte und die Schulsozialarbeit entlastet und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern an handhabbaren Medienkonzepten arbeitet. Nur so kann zeitgemäße Medienbildung in der Praxis gelingen. Das würde an die jüngsten Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ vom Juni dieses Jahres anschließen. Diese weisen die Notwendigkeit klar aus, dass jede Schule über mindestens eine medienpädagogisch qualifizierte Ansprechperson verfügen soll, an die sich Schülerinnen und Schüler bei belastenden medienbezogenen Fragen wenden können. Dass Schule gerade in Zeiten klammer Kassen Medienbildung unterstützt, ist eine clevere Idee, die im Übrigen dabei hilft, alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen fit für die Medienwelt zu machen. Allerdings dürfen Bund und Länder sich nicht allein in politischen Absichtserklärungen erschöpfen, sondern müssen konsequenterweise die notwendigen Bedingungen dafür schaffen, dass gute Medienbildung in der Schulpraxis gelingt“, betont Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Es gibt viel medienpädagogische Expertise unter pädagogisch tätigen Personen, sie wird nur nicht systematisch abgerufen. Das zu ändern, wäre ein guter Anfang, um die akuten Herausforderungen anzugehen. Mittel- bis langfristig braucht es eine bundesweite Bildungsoffensive, um den großen Bedarf an medienpädagogischer Arbeit in allen Bildungsinstitutionen, Familien und Freizeiteinrichtungen decken zu können. Auch im Rahmen dieser Bildungsoffensive können die bereits vorhandenen Medienpädagoginnen und Medienpädagogen für Qualifizierung, Beratung und Unterstützung aller Akteursgruppen im Kontext von Schule eingesetzt werden. Sie alle müssen qualifiziert werden, um an medienpädagogischen Themen als gemeinsamer Bildungsaufgabe in multiprofessionellen Teams zu arbeiten. Neben der schulischen Medienbildung braucht es zudem weiterhin außerschulische Angebote, die lebenswelt- und bedarfsorientiert mit Kindern und Jugendlichen kreativ und kritisch-reflexiv arbeiten“, sagt Dr. Friederike von Gross, Co-Geschäftsführerin der GMK.

Ausgewählte Ergebnisse der GMK-Mitgliederumfrage 2026:

  • Rund 90 Prozent der Befragten bewerten die derzeitige Medienbildung an Schulen als schlecht oder sehr schlecht.
  • Zwei Drittel aller Befragten sprechen sich dafür aus, dass Medienbildung in Schule in der Hauptverantwortung von Medienpädagoginnen und Medienpädagogen liegen sollte.
  • Generell wird betont, dass alle Berufsgruppen an Schule und auch die Eltern über medienpädagogische Kompetenzen verfügen sollten.
  • Es braucht multiprofessionelle Teams an Schulen, die gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein passendes Medienkonzept erarbeiten.
  • Eine nationale Bildungsoffensive im Bereich der Medienbildung muss grundsätzlich strukturbildend angelegt sein und nicht projektförmig. Zudem braucht die Verstetigung wirksamer Projekte.
  • Als fehlende Rahmenbedingungen im Bereich der Medienbildung werden am häufigsten genannt: unzureichende medienpädagogische Qualifikation der Lehrkräfte, fehlende curriculare Verankerung und Verbindlichkeit, Mangel an Fachpersonal, fehlende Zeit bei überfüllten Lehrplänen sowie eine kurzfristige, projektförmige Finanzierung.

Im Idealzustand ist Medienbildung im schulischen Kontext folglich sowohl ein verbindlicher, fächerübergreifender Bestandteil des Schulalltags (auch im Kontext der Eltern- und Peerberatung) als auch (z.B. in ausgewählten Jahrgangsstufen) ein eigenständiges Fach. Dafür braucht es feste, fair bezahlte medienpädagogische Stellen an Schulen sowie Lehrkräfte mit medienpädagogischen Kompetenzen.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der GMK-Mitgliederumfrage finden Sie hier:

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, bei ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen und der Überwindung von Kinderarmut. Ziel ist insgesamt die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) ist der größte bundesweite Fachverband für Medienkompetenz und Medienbildung. Mit dem Ziel, Medienpädagogik als festen Bestandteil der Bildungslandschaft zu etablieren, bringen wir seit 1984 Fachkräfte, Expert*innen, Institutionen sowie alle Interessierten aus Bildung, Kultur, Medien und Politik zusammen – für eine kreative und kritische Medienpädagogik, die politische, soziale, kulturelle, technische und ethische Perspektiven verbindet. Als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bielefeld beraten wir Politik und Bildungssektor, positionieren uns öffentlich zu aktuellen medienpädagogischen Themen und sind Plattform für Austausch, Vernetzung und Kooperationen.

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